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Krefeld
Bürger warnten früh vor Unfall-Kreuzung

Krefeld: Bürger warnten früh vor Unfall-Kreuzung
Robert Kleinheyer und Volker Schulz machten bereits im Februar 2015 auf die unfallträchtige Ampelschaltung öffentlich aufmerksam. Getan hat sich seitdem nichts. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Der schwere Zusammenstoß vom Dienstag wäre wohl vermeidbar gewesen. Schicksbaums Bürgervereinsvorsitzender Robert Kleinheyer hatte die Verwaltung schon 2015 vor der aus seiner Sicht irreführenden Ampelschaltung gewarnt. Von Carola Puvogel

Seit mehreren Jahren kämpft Schicksbaums Bürgervereinsvorsitzender Robert Kleinheyer dafür, dass eine aus seiner Sicht gefährliche, weil irreführende, Ampelschaltung an der Kreuzung St. Töniser Straße/An der Kempener Platte korrigiert wird. Jetzt ist es an genau dieser Stelle erneut zu einem gravierenden Unfall gekommen. Wie berichtet, wurden am Dienstag fünf Personen verletzt, eine davon schwer. Ein Unfall, der mit großer Wahrscheinlichkeit hätte vermieden werden können, meint Kleinheyer. "Das ist sehr frustrierend, wenn man jahrelang warnt, aber nichts passiert", sagt der Bürgervereinsvorsitzende, der auch Bezirksvertreter ist und in dem Gremium die Problematik bereits im November 2014 als Anfrage in Richtung Verwaltung gestellt hatte.

Im Februar 2015 hatte unsere Zeitung über das Thema berichtet: "Das Problem ist, dass Autos, die aus Richtung St. Tönis kommen und links in die Straße "Auf der Kempener Platte" einbiegen wollen, eine gesonderte Rotphase für Linksabbieger haben", hatte Kleinheyer damals gesagt. Diese sei, so nimmt er an, eingerichtet worden, damit Straßenbahnen, ungehindert passieren können. "Allerdings schaltet diese Ampel auch dann auf Rot, wenn gar keine Straßenbahn in Sicht ist, so dass die Autofahrer annehmen müssen, es sei Rot, damit sie nicht in den Gegenverkehr geraten." Unvermittelt schalte die Rotphase dann ab, so dass der Eindruck entstehe, beim Linksabbiegen sei nun freie Fahrt. "Doch das ist nicht der Fall, der Gegenverkehr läuft weiter, nachdem diese Rotphase zu Ende ist - und das ist wahnsinnig gefährlich", erklärt Kleinheyer. Immer wieder komme es zu haarsträubenden Situationen und Beinahe-Unfällen. "Das ist eine Ampelschaltung, für die es keinen Grund gibt. Sie ist schlicht fehlerhaft."

Am Dienstag kam es auf der Kreuzung St.- Töniser Straße und Auf der Kempener Platte zu einem Zusammenstoß von zwei Autos, bei dem eine Person schwer und vier Personen leicht verletzt wurden. FOTO: L.S.

Nach seinen Informationen hatte die Verwaltung längst zugesagt, das Problem zu beheben. Getan habe sich in der Zwischenzeit jedoch nichts. Die Verkehrsschau mit Vertretern von Polizei und den Fachbereichen Ordnung und Tiefbau ist Anfang des Jahres zu dem Ergebnis gekommen, es seien "keine weiteren Maßnahmen erforderlich", es handele sich nicht um eine Unfallhäufungsstelle. So vermerkt im Protokoll der Bezirksvertretung vom 15. Februar.

"Man fragt sich, ob erst jemand sterben muss", sagt Christine Gahbler, die am Dienstag als Ersthelferin vor Ort war und unmittelbar nach dem Unfall der verletzten jungen Autofahrerin beigestanden hat. "Das ist total gefährlich, es gibt keinen Hinweis auf den Gegenverkehr. Wenn man nicht ortskundig ist, hat man verloren." Die Situation sei "unmöglich". Kleinheyer fordert außerdem, in diesem Bereich Tempo 50 einzurichten. Denn viele Schulkinder nutzen die Straßenbahnhaltestelle. "Gott sei Dank ist Dienstag kein Kind verletzt worden, als die Autos hier 20 Meter weit geschleudert sind", sagt der CDU-Mann.

"Wir werden hingehalten, das Thema wird in der Verwaltung hin- und hergeschoben." Auch die Bezirksverordneten kritisierten in ihrer Sitzung am Dienstag, dass Anfragen an die Verwaltung oft unbeantwortet blieben oder die Antworten nutzlos seien.

Die CDU hatte nach Unfallschwerpunkten im Bezirk gefragt und eine unkommentierte Auflistung bekommen. "Was sollen wir damit anfangen? Abheften - und im nächsten Jahr kriegen wir eine neue Liste mit neuen Unfällen?", spitzte Heinz Albert Schmitz (CDU) die Thematik zu.

Für Axel Heimendahl (Grüne) forderte, man müsse Wege finden, um die genannten Unfallschwerpunkte zu entschärfen. "Es kommt von der Verwaltung einfach keine Reaktion, da kommt außer einem Schriftwechsel gar nichts", machte Schmitz seinem Ärger Luft.

Quelle: RP
 
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