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Südanbindung für den Hafen Krefeld
Bürgerverein: "Linn kocht vor Wut"

Südanbindung für den Hafen Krefeld: Bürgerverein: "Linn kocht vor Wut"
Die Einladung im Bürgerbrief des Bürgervereins lässt nicht an Deutlichkeit zu wünschen. Vor Ort wollen die Einlader auf die besondere Problematik für Mensch und Natur aufmerksam machen. FOTO: BVL
Krefeld. Der Bürgerverein lädt für Freitag, 17. Júni, zu einer Ortsbegehung ein, um auf die Problematik einer neuen Straße durch ein Naturschutzgebiet von europäischem Rang aufmerksam zu machen. Von Norbert Stirken

Die Erschließung des Krefelder Hafens ist nicht nur bei den Nachbarn in Meerbusch umstritten. Auch der Bürgerverein Linn findet drastische Worte für die derzeit im Regionalrat diskutierten neuen Varianten. "Linn kocht vor Wut" überschreiben Ursula Giebels und Christoph Reichmann, Vorsitzende und Stellvertreter des Bürgervereins, ihre Einladung zu einer Ortsbegehung am Freitag, 17. Juni, ab 18 Uhr. Treffpunkt ist die Kurkölner- Ecke Ossumer Straße in Linn. "Nein zur Hafensüdanbindung!" heißt es weiter im Text.

Mit dieser Haltung gehen die Linner auf Abstand zur politischen Mehrheitsmeinung in Krefeld, zur Industrie- und Handelskammer und auch zu den 35 Unternehmen im Rheinhafen. Die wollen - zumindest perspektivisch - sowohl an einer Erweiterung des Hafens auf Meerbuscher Gebiet als auch an einer südlichen Erschließung festhalten. Priorität hatte bislang eine Trasse südlich von Gellep-Stratum Richtung Kreisstraße in Meerbusch und Anschluss an die A 57 an der Ratsstätte Geismühle.

Mit einer Südanbindung - egal, ob über Krefelder oder Meerbuscher Gebiet - gehe eine Zerstörung von Lebensraum und Lebensqualität durch Lärm und Luftverschmutzung einher. Ferner werde ein Naherholungsgebiet sowie Naturschutzräume von europäischem Rang zerstört. Es werde Fläche versiegelt, und es entstünden hohe Kosten für den Steuerzahler durch den Ankauf der Flächen - sowohl für die Straßen als auch für die Ausgleichsflächen. Der Bürgerverein Linn fordert stattdessen, die vorhandenen Straßen im Norden Krefelds auszubauen. Das seien die Bundesstraße 288 und die Düsseldorfer Straße mitsamt Kreisverkehr in Höhe Floßstraße. "Die vorhandenen Planungen für die Nordanbindung müssen endlich umgesetzt werden", betonen Ursula Giebels und Reichmann. Statt der Straße sollten Güter vermehrt über Wasser und Schiene transportiert werden. Dazu seien die vorhandenen Verkehrswege zu nutzen.

Die Appelle richten sich unter anderem an die Krefelder Vertreter im Regionalrat: Manfred Läckes (CDU) und dem starken Befürworter einer Südanbindung, Jürgen Hengst (SPD). Im Sommer 2005 hatte sich seine Fraktion noch vehement gegen die Trasse am Latumer Bruch ausgesprochen. Damals hieß es: "Eine Südanbindung mit Straße und Autobahnanschluss durch das Latumer Bruch wird nach Ansicht der SPD nicht benötigt. ,Statt den Menschen in Gellep-Stratum, Oppum und Linn eine Straße aufzudrücken, die in absehbarer Zeit keiner braucht, statt unnötig Belastungen in das Naturschutzgebiet hineinzutragen, hätten sich CDU und FDP sich besser um die Nordanbindung, um eine Fortführung der inneren Hafenanbindung und um ein vernünftiges Hafenkonzept kümmern sollen', sagte der inzwischen verstorbene Fraktionschef Uli Hahnen. Er zeigt sich besorgt, dass ,die zwischen den Fraktionen bislang unstreitige Priorität' für eine auch von der Verwaltung unterstützte bereits geplante Nordanbindung nun durch den Planungsbeschluss von CDU und FDP aufgegeben werde. Auch die Grünen halten die Südanbindung für ,unsinnig und ökologisch katastrophal'.

Quelle: RP
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