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Krefeld
Burgserenade mit seltener Instrumenten-Konstellation

Krefeld. Das "Trio Pascal" gastierte im Rittersaal der Burg Linn mit Geige, Klavier und Klarinette. Von Heide Oehmen

Ein Streich-und ein Blasinstrument, begleitet vom Klavier, ergibt ein Trio von besonderem klanglichem Reiz. Anlässlich der 4. Serenade im gut besuchten Rittersaal von Burg Linn, konnte das Publikum mit dem "Trio Pascal" eine solche Instrumentenkonstellation erleben, die sich durch interpretatorischen Feinschliff, staunenswertes technisches Vermögen und den Mut zu "Unerhörtem" auszeichnet. Der Christoph-Poppen-Schüler Ludwig Schulze, der neben der Geige auch die Bratsche hervorragend beherrscht, Helge Aurich, ein Klavierbegleiter von hohen Graden aus der Klasse von Matthias Kirschnereit und David Kindt, der bereits seit drei Jahren 1. Soloklarinettist im Symphonieorchester Aachen ist, hatten - bis auf das bekannte "Kegelstatt-Trio" von Wolfgang Amadeus Mozart - Kompositionen ausgesucht, die vermutlich kaum bekannt sein dürften.

Als das extremste Werk des Abends entpuppte sich "Kontraste", das keine Geringeren als der ungarische Geiger Josef Szigeti und der berühmte Klarinettist Benny Goodman im Jahre 1938 bei Béla Bartók (1881-1945) bestellten. Die ungarischen Tänze sowie die Jazz-und Blues-Anklänge, die der seinerzeit bereits in Amerika lebende Ungar hier verwandt, sind hoch virtuos und in verzwicktesten Rhythmen verarbeitet. "Unser Paradestück" - so David Kindt in seiner Moderation- meisterten die Musiker mit vollem Einsatz und atemraubender Technik - einfach grandios! Dagegen beinhalteten die Suite op. 157b von Darius Milhaud (1892-1974) und ein melodienreiches Trio des Armeniers Aram Khachaturian (1903-1978), in dem dieser Klänge seiner Heimat darstellt, nicht annähernd solche Schwierigkeiten wie das Bartók -Opus.

Schließlich das "Kegelstatt-Trio", das Wolfgang Amadeus Mozart - glaubt man den Zeitzeugen - tatsächlich während einer Kegelpartie mit Freunden auf einer "Kegelstatt", also einer Kegelbahn, komponiert haben soll. Bekanntlich kann man bei Mozarts Musik nichts kaschieren. Deshalb war bei diesem anmutigen Werk am besten zu hören, wie nahtlos sich der flexible Klarinettenton und die Brillanz des Geigers (der hier aber die vorgeschriebene Bratsche spielte) ergänzten - getragen von der perlenden Eleganz des anpassungsbereiten Pianisten.

Das Auditorium im Rittersaal reagierte begeistert und bekam noch ein anmutiges "Präludium" von Dimitri Schostakowitsch mit auf den Heimweg.

Quelle: RP
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