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Krefeld
Café "Marzipan" ist jetzt in Bockum

Krefeld: Café "Marzipan" ist jetzt in Bockum
Ein lauschiges Plätzchen: Im Naturkostladen-Café "bei Bettinger" an der Friedrich-Ebert-Straße serviert Regina Jacobs ihren Gästen auch gesunde Mittagsgerichte. Für das frische Brot ist Chef Rudi Bettinger zuständig. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Regina Jacobs serviert Vollwert-Kost in den Räumlichkeiten des Naturkost-Ladens an der Friedrich-Ebert-Straße. Von Bärbel Kleinelsen

Wer für einen Kaffee gut zehn Kilometer weit radelt, der muss von dessen Qualität wirklich überzeugt sein. Regina Jacobs hat solche Kunden. "Sie kennen mich noch aus der Zeit, als ich mein Café Marzipan in der Innenstadt hatte. Jetzt bin ich an die Friedrich-Ebert-Straße umgezogen, und meine treuen Kunden aus St. Tönis kommen sogar mit dem Rad bis nach Bockum", erzählt die Geschäftsführerin des Cafés bei Bettinger erfreut.

Seit Ende vergangenen Jahres ist sie nun in den neuen Räumlichkeiten und fühlt sich dort schon pudelwohl. "Es passt einfach alles zusammen. Ich verstehe mich prima mit Rudi, bei dem ich schon lange meine Brötchen kaufe, und habe hier ideale Arbeitsbedingungen", erzählt die 47-Jährige. "Rudi" heißt eigentlich Rudolf Bettinger und ist der charismatische Betreiber des Naturkostladens im Stil eines Tante-Emma-Ladens, an den das Café grenzt. Er ist auch der Chef, während Regina Jacobs als angestellte Geschäftsführerin arbeitet. "Es macht für mich keinen Unterschied. Ich betreibe dieses Café mit genauso viel Herzblut wie das Marzipan, bei dem ich selbst die Chefin war. Rudi lässt mir da vollkommen freie Hand", erklärt Regina Jacobs.

Aus ihrer Sicht überwiegen am neuen Standort die Vorteile. Während sie in der Innenstadt keine Außengastronomie anbieten konnte, hat sie an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/Rott für ihre Kunden eine gemütliche Terrasse eingerichtet. Auch über die größeren Räumlichkeiten freut sich die Café-Expertin. Konnte sie im "Marzipan" rund 26 Gäste bewirten, "und dann war es schon sehr eng", hat sie heute 36 Sitzplätze innen und 16 draußen. "Und in der Küche ist wesentlich mehr Platz. Ich habe einen tollen Gasherd und kann auf das Sortiment des Naturkostladens zurückgreifen. Dadurch habe ich nun viel mehr Möglichkeiten und kann vegane Vollwert-Gerichte anbieten. Ich bin richtig experimentell geworden", sagt Jacobs und schmunzelt. Nachmittags und an schönen Sonntagen serviert sie selbst gemachte Kuchen, die sie in Rudis Profi-Ofen backt. Der gelernte Konditor mit dem bayrischen Akzent stellt sein Brot selbst her und mahlt auch das Getreide höchstpersönlich. Alle Natursauerteig-Brote sind weizen- und hefefrei. "Weiße Brötchen gibt es bei Rudi nicht. Ein paar davon habe ich trotzdem immer im Angebot. Es gibt einfach Kunden, die nur helle Brötchen mögen", sagt die gelernte Krankenschwester.

Am späten Vormittag klingelt bei ihr häufig das Telefon. Dann fragen die Kunden nach den Mittagsgerichten und lassen sich ihre Leibspeise reservieren. Es gibt Hausmannskost wie Bratkartoffeln mit Spiegelei und Rote Beete, aber auch Ungewöhnliches wie Erbsen-Quinoa-Suppe mit Kokosmilch. Quinoa wird auch Inkareis genannt und gilt als idealer Nährstofflieferant mit einem hohen Eiweißgehalt. "Nicht nur Senioren kommen mittags ins Café, ich habe auch Mütter mit ihren Kindern, die auf mein Angebot zurückgreifen, statt selber zu kochen. Es freut mich natürlich, wenn es auch den Jungen und Mädchen schmeckt."

Herzstück des Cafés ist die Kaffeemaschine, die Regina Jacobs aus dem "Marzipan" mitgebracht hat. Ihr Kaffee ist aus biologischem Anbau und fair gehandelt. "Ausgerechnet am Eröffnungstag ist dann der Motor der Pumpe kaputt gegangen. Da ging nichts mehr. Also habe ich den Kaffee ganz traditionell mit der Hand gemacht. Ging auch, aber langsamer. Die Gäste hatten glücklicherweise Verständnis", erinnert sich Jacobs. Mit den bunt gestrichenen Stühlen und dem Blumen-Dekor an der Theke, kreiert von Rudis Tochter, konnte sich die Krefelderin zuerst nicht anfreunden. Ihr Stil im "Marzipan" war weder verspielt, noch romantisch. Aber: "Den Kunden gefällt es - sogar den Männern. Nur die Schützen trauern noch immer ihrem Vereinslokal nach. Früher war in diesen Räumlichkeiten der Bockumer Krug", erzählt Regina Jacobs.

Bislang habe sie viel Glück im Leben gehabt. Als sie durch die harte Arbeit als Krankenschwester gesundheitliche Probleme bekam und zwangsweise eine Pause einlegen musste, sei sie auf die Idee mit dem Café gekommen. Und als das "Marzipan" zu klein wurde, konnte sie sich "bei Bettinger" vergrößern. Jacobs: "Es ging nicht nur immer irgendwie weiter, es ging sogar immer weiter bergauf. Ich darf jetzt das tun, was ich besonders liebe: Meine Kunden nach allen Regeln der Café-Kunst verwöhnen."

Quelle: RP
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