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Kr Wie Krefeld
Canons Coup

Krefeld. Was immer Oberbürgermeister Frank Meyer und Eckart Preen als Chef-Wirtschaftsförderer richtig gemacht haben, um Canon in Krefeld zu halten: Man darf ihnen dazu gratulieren. Beide haben Recht, wenn sie betonen, wie wichtig es für das Image von Krefeld ist, wenn man auf Canon verweisen kann. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist dabei das Stichwort Architektur. Das Unternehmen selbst wirbt auf seiner Homepage schon in der Überschrift mit dem Stichwort "Living Office" und verweist an erster Stelle auf das ambitionierte Umbauprojekt. Ganz offensichtlich spielt für Unternehmen, die mit Kreativität ihr Geld verdienen, die Architektur ihrer Gebäude eine große Rolle auf der Suche nach jungen Talenten.

Canon ist das zweite in Krefeld ansässige Unternehmen, dass diesen Zusammenhang offensiv angeht und kommuniziert. In unmittelbarer Nachbarschaft des Canon-Komplexes entsteht zurzeit der Neubau des Software-Entwicklers GOB (wir berichteten ausführlich). Auch dieser Bau ist alles andere als Null-acht-Fuffzehn-Architektur, auch bei diesem Neubau war das Ziel entscheidend, kreative Prozesse durch die Architektur zu stützen, und auch bei der Vorstellung dieser Pläne hieß es, dass es auch darum geht, junge Talente zu gewinnen und von der innovativen Kraft eines Unternehmens zu überzeugen. Ein jüngeres Beispiel für ambitionierte Zweckarchitektur, die auch ästhetisch beeindruckt, ist das neue Volksbank-Gebäude.

Kein Zweifel: Unternehmen führen heute den Kampf um die klügsten Köpfe auch mit Mitteln ausgefeilter Architektur. Die Signale, die von all dem ausgehen, sind überaus positiv, vielleicht stilbildend, auf jeden Fall inspirierend und ein Pfund für die Stadt: Arbeiten in digitalen Zukunftsbranchen macht mehr Spaß in durchdachten, sehr wohl auf die Arbeit abgestellten, darin auch Schönheit stiftenden Räumen. Das ist wichtige Imagearbeit für Krefeld, zumal Industriearchitektur eine große Tradition in der Stadt hat.

Moderne Unternehmen knüpfen daran nicht an, weil sie traditionsbewusst sind, sondern weil damals wie heute ambitionierte Architektur im wohlverstandenen Eigeninteresse eines Unternehmens liegt und zu seinem Erfolg beiträgt. So ist Canon mehr als ein glücklicher Einzelfall. Canon steht für einen Trend. Gut für die Stadt. Jens Voss

Quelle: RP
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