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Krefeld
CDU empört über Et Bröckske als Denkmal: "OB Meyer soll reagieren"

Krefeld: CDU empört über Et Bröckske als Denkmal: "OB Meyer soll reagieren"
Et Bröckske gestern: Es wird immer baufälliger. An Teilen der Fassade ist bereits der Putz heruntergefallen. FOTO: T. L.
Krefeld. Das Traditionsgasthaus steht vor der Eintragung in die Denkmalliste. Der neue Eigentümer will dies verhindern. Auch Manfred Läckes (CDU) fordert OB Frank Meyer (SPD) auf, den Prozess zu stoppen. Von Sebastian Peters

Die Krefelder Untere Denkmalschutzbehörde hat sich endgültig festgelegt: Das Traditionsgasthaus Et Bröckske wird Denkmal. Die CDU befürchtet jetzt, dass dies fatale Folgen für die Innenstadt hat, denn eigentlich will auf der Fläche des Gasthauses ein Kölner Investor neu bauen. Der baupolitische Sprecher der CDU, Manfred Läckes, befürchtet, dass durch den Denkmalschutz "eine wünschenswerte städtebauliche Entwicklung an dieser Stelle verhindert wird". Damit werde zudem "ein bauwilliger Investor vor den Kopf gestoßen und eine wichtige Investition in der City torpediert". Läckes spricht von einer "Fehlentscheidung" des neuen OB Frank Meyer (SPD). Dieser solle den Denkmalschutz stoppen und rückgängig machen.

Der Kölner Investor Thomas Deneken ("Absolut Immobilien GmbH) hatte Et Bröckske vor einem Jahr gekauft - im Wissen, dass das Objekt unter vorläufigem Denkmalschutz steht, also Denkmal werden soll. Er will dort investieren, von Wohnungen und Büros ist die Rede. Vor wenigen Tagen, am 19. November, hat die Stadt Thomas Deneken einen Brief geschickt, in dem die Eintragung von Et Bröckske in die Denkmalliste tatsächlich angekündigt wird. Bis Ende dieser Woche hat die "Projektgesellschaft Et Bröckske GmbH & Co KG" von Deneken noch eine Frist, schriftlich gegen die Eintragung zu protestieren. Dies werde geschehen, betonte der Krefelder Architekt Rainer Lucas, der die Projektgesellschaft in Krefeld vertritt. Es seien zwei Gegengutachten von "neutralen und kompetenten" Experten geschrieben, die sowohl den Denkmalwert von Et Bröckske abstreiten als auch auf den bauphysikalisch ruinösen Zustand hinweisen. "Das Gebäude ist verfallen und nicht mehr zu halten", sagt Lucas. Man wolle komplett abreißen.

Rund neun Millionen Euro will Thomas Deneken auf dem Areal von Et Bröckske in einen Neubau investieren. Ginge es aber nach den Forderungen des Denkmalschutzes, dann müsste das komplette Objekt erhalten bleiben, "auch der ganze Innenbereich, mit Gastronomie und Interieur", sagt Lucas. "Das ist nicht wirtschaftlich zu stemmen." Der Krefelder Politik sind bereits Schreiben zugegangen, dass die Kölner Investoren zwar generell dialogbereit sind, sich aber gegen den Denkmalschutz wehren. Zuletzt hatte Rainer Lucas gegenüber unserer Redaktion noch betont, dass er gegenüber den Kölner Investoren auf den identitätsstiftenden Charakter des Gebäudes hingewiesen hatte. Gastronomie unten schloss er vor Monaten noch nicht aus, auch den Erhalt der Fassade nicht. Jetzt liegen die Gutachten vor, und Lucas' Argumente klingen offensiver.

Der Uerdinger Architekt ist in einer schwierigen Doppelrolle unterwegs: In Krefeld ist er gleichzeitig auch Vorsitzender des Gestaltungsbeirates, der ästhetische Fragen der Stadtgestaltung bespricht. In dieser Rolle hat er zum Beispiel gefordert, den Eingang Friedrichstraße nicht für den P & C-Neubau zu schmälern. Nun plädiert Lucas in seiner Funktion als beratender Architekt für einen Abriss eines historischen Gebäudes.

Wie sich Oberbürgermeister Frank Meyer entscheidet und welche Befugnisse er überhaupt hat, den Prozess zu stoppen, stand gestern noch nicht fest. Die Stadt teilte zunächst lediglich mit: "Das Verfahren zur Unterschutzstellung des Gebäudes läuft noch. Wir gehen aber davon aus, dass es in den nächsten Wochen abgeschlossen werden kann." Die Unterschutzstellung erreiche das Gegenteil dessen, was sie bewirken soll, fürchtet Manfred Läckes: "Das Denkmal wird nicht erhalten, es wird verfallen." Der Denkmalschutz werde sich "wie Mehltau" über die City legen.

Quelle: RP
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