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CDU-Ratsfrau Roemer zieht Kandidatur für Landtag zurück

Analyse: CDU-Ratsfrau Roemer zieht Kandidatur für Landtag zurück
FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Die CDU-Politikerin glaubt, dass zu viel innerparteilicher Wahlkampf der Partei mehr schadet. Die Ratsfrau geht diesen Schritt aus einer Position der Stärke heraus. Von Jens Voss

Überraschend hat CDU-Ratsfrau Simone Roemer gestern bei einer CDU-Vorstandssitzung erklärt, ihre innerparteiliche Bewerbung für die Landtagskandidatur zurückzuziehen. Sie wird damit nicht weiter mit ihrer Ratskollegin Britta Oellers und dem CDU-Politiker Peter Kaiser darum kämpfen, von der CDU als Landtagskandidat für den Wahlkreis 47 aufgestellt zu werden.

Wörtlich erklärte Roemer zu ihrem Rückzug: "In den letzten Wochen bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass mit Blick auf den gemeinsamen Wahlkreis Krefeld/Tönisvorst eine Kandidatur von drei Krefelder Parteimitgliedern der CDU in Krefeld eher schadet als nutzt. Das möchte ich für meine CDU nicht. Ich möchte, dass wir eine geschlossene Gemeinschaft sind und die CDU gestärkt in den Landtagswahlkampf im Krefelder Süden und Tönisvorst geht. Aus diesem Grund werde ich meine Kandidatur zurückziehen. Ich danke dem CDU-Stadtverband Mitte, der Jungen Union und den vielen Einzelpersonen, die mich vorgeschlagen und unterstützt haben."

Offenbar hat der jüngste CDU-Parteitag doch einiges an Nachdenklichkeit innerhalb der CDU in Bewegung gesetzt. Insbesondere die kurze Ruckrede von Ex-Fraktionschef Wilfrid Fabel dürfte gewirkt haben. Fabel hatte davor gewarnt, die innerparteiliche Konkurrenz allein als Ausweis demokratischer Vielfalt zu feiern - man könne es auch als Dummheit bezeichnen. Was er meinte, war klar: Innere Machtkämpfe pflegen Parteien eher zu schaden als zu nützen. Das gilt für die große Politik ebenso wie für die Kommunalpolitik.

Roemers Begründung, es gehe ihr um die Gemeinschaft in der CDU, kann insofern nicht als Floskel vom Tisch gewischt werden, weil sie diesen Schritt aus einer Position der Stärke geht. Roemer weiß die JU und die CDU Mitte hinter sich, also mitgliederstarke Verbände. Roemer hätte zudem als junges Gesicht der Krefelder CDU Chancen gehabt, den Generationswechsel in der Partei glaubhaft zu repräsentieren. Zudem ist sie wahlkampferprobt und aktiv in den sozialen Netzwerken, hätte also einen jungen Landtagswahlkampf führen und in den Wählerschichten punkten können, in denen die CDU in Großstädten eher Probleme hat. Kurz: Roemer hatte sehr wohl Chancen. Ihre Begründung, es gehe ihr um die Partei, ist daher nicht unplausibel.

Noch bleibt es unruhig in der CDU: Im Wahlkreis 47 stehen sich nun für Krefeld Britta Oellers und Peter Kaiser gegenüber; im Wahlkreis 48 bewerben sich Parteichef Marc Blondin und CDU-Ratsherr Michael Zecha darum, für die Landtagswahl nominiert zu werden.

Noch ist schwer abschätzbar, ob Roemers Rückzug Auswirkungen auf das Duell Zecha gegen Blondin hat. Fabel hatte auch klargemacht, dass Blondin nicht Parteichef bleiben kann, wenn die Partei ihn nicht nominiert. Indirekt stand damit die Frage im Raum, ob es die Tendenz in der CDU gibt, Blondin abzulösen. Vielleicht klärt sich genau diese Frage gerade. Roemer hat ihre Antwort gefunden: Keine Selbstzerfleischung in der CDU.

Quelle: RP
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