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Krefeld
CDU verlangt Auskunft über Ditib

Krefeld. Stadtverwaltung soll im Rat eine Einschätzung der Rolle Ditibs in Krefeld liefern.

Die CDU-Fraktion fordert Informationen über die Rolle des deutschen Ablegers der türkischen Religionsbehörde. Sie beantragt, eine Einschätzung der Stadtverwaltung zur Ditib in die Tagesordnung für die nächste Sitzung des Rates am 29. September aufzunehmen. Die Verwaltung möge darlegen, welche Auswirkungen die Entscheidung des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen auf Funktionen der Ditib in der Stadt Krefeld habe. Minister Ralf Jäger (SPD) habe die Kooperation mit der umstrittenen türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib) beendet.

Die Organisation war Träger des Kölner Standortes von Jägers Präventionsprogramm "Wegweiser", mit dem Jugendliche vor dem Abdriften in den gewaltbereiten Salafismus geschützt werden sollen. Wie der Innenminister jetzt in der noch unveröffentlichten Antwort auf eine kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Peter Biesenbach erklärt, "wurde die Auflösung des Vertrages von beiden Vertragsparteien einvernehmlich vereinbart". In Regierungskreisen heißt es, damit stehe nun auch die Rolle von Ditib als Berater von NRW-Schulen auf der Kippe.

Ditib ist über einen Beirat an der Erarbeitung von Vorlagen für den Islamunterricht beteiligt. Seit der harten Antwort des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf den Putschversuch wird allerdings zunehmend das enge Verhältnis von Ditib und dem türkischen Staat problematisiert. Zuletzt hatte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) Bedenken am Status des größten islamischen Verbandes in Deutschland als Religionsgemeinschaft geäußert.

(sti)
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