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Krefeld
Chanukka-Empfang im Rathaus mit Juden, Christen und Moslems

Krefeld. Erstmals in der Geschichte Krefelds haben Juden, Christen und Moslems bei einem Empfang das jüdische Chanukka-Fest begangen. Bei einer Feierstunde im Rathaus haben Vertreter aller Religionen Chanukka-Kerzen angezündet und damit ein Zeichen des Friedens und der Verständigung gesetzt. Oberbürgermeister Frank Meyer begrüßte die Gäste und würdigte den Umstand, dass das jüdische Lichterfest in Krefeld drei Religionen friedlich versammelt.

Die Initiative zu dem Empfang geht auf ein Gespräch zwischen Michael Gilad, dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, und Meyer anlässlich des Gedenktages der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar zurück. Gilad hatte seinerzeit bedauert, dass Juden, Christen und Muslime immer nur zu traurigen Anlässen zusammenkämen - daher die Idee, sich anlässlich eines positiven Festes zu treffen und den Akzent auf Frieden, Freude, Hoffnung und Versöhnung zu legen.

Die Feier gestern im Foyer des Rathauses eröffnete der Chor der jüdischen Gemeinde. Nach dem Grußwort Meyers erläuterte Rabbiner Yitzchak Mendel Wagner den Hintergrund des Chanukka- oder Lichterfestes: Die Juden gedenken der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem; es ist ein fröhliches Fest - die jüdische Gemeinde Krefeld feiert etwa einen Chanukka-Ball. Gilad sprach dann ein Gebet und entzündete die erste Kerze, die die Funktion des Dieners übernimmt und die Kerzen der anderen entzündet. Das waren Meyer, danach der evangelische Superintendent Burkhard Kamphausen zusammen mit David Novak vom Katholikenrat und schließlich für Krefelds muslimische Gemeinde die SPD-Ratsfrau Halide Özkurt und der Vorsitzende der Türkischen Union, Mesut Akdeniz.

Zum Abschluss sangen alle das Lied "Tochter Zion".

(vo)
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