| 18.16 Uhr

Krefeld
Chempark erholt sich

Krefeld. Die Wirtschaftskrise hat in Uerdingen Jobs gekostet: Von 7000 Mitarbeitern werden Ende dieses Jahres nur noch 6600 übrig sein. Die Produktion steigt deutlich an. In diesem Jahr werden mindestens 63 Millionen Euro investiert. Von Martin Röse

Die Wirtschaftskrise hat den Uerdinger Chempark hart getroffen. Zwischenzeitlich wurden gerade mal halb so viele Lkw gefüllt wie üblich. In den vergangenen Monaten ging es aber deutlich bergauf – nicht zuletzt, weil wichtige Produktionsstätten in China und Brunsbüttel Probleme hatten und stattdessen in Uerdingen produzieren ließen.

"Das Geschäft hat sich erholt", sagt Stefan Dresely, Leiter des Chemparks Uerdingen. Mittlerweile laufe die Produktion auf rund 90 Prozent des langjährigen Durchschnitts. Trotz der schwierigen konjunkturellen Lage wurden im vergangenen Jahr rund 63 Millionen Euro in neue Anlagen und Instandhaltungsmaßnahmen investiert. "Dieses Jahr wird es mindestens genau so viel sein", kündigt Dresely an.

So baut Bayer Material Science im Chempark eine neue Großanlage zur klimaschonenden Chlorproduktion. Die Anlage soll eine Kapazität von 20 000 Jahrestonnen haben und im ersten Halbjahr 2011 in Betrieb genommen werden. Lanxess baut eine neue Formalin-Anlage, die zur Herstellung von Trimethylpropan benötigt wird – ein Ausgangsstoff für zahlreiche Produkte in der Möbel-, Bau- und Automobilindustrie.

Arbeitsplätze abgebaut

In diesem Jahr werden aber zum zweiten Mal in Folge Arbeitsplätze im Chempark abgebaut: Von den 7000 Stellen, die bei den 20 Firmen auf dem früheren Bayer-Gelände arbeiten, fielen 200 bereits im vergangenen Jahr weg; auf sozialverträgliche Weise. In diesem Jahr wird Bayer Material Science rund 200 Arbeitsplätze zum Teil streichen, zum Teil nach Leverkusen und Antwerpen auslagern. So zieht die Abteilung Forschung und Entwicklung, die einst das Makrolon erfand, Ende des Jahres nach Leverkusen. Betriebsbedingt gekündigt wird niemandem. Und es gibt auch erste Lichtblicke: Die insolvente Tronox stellte 40 neue Mitarbeiter ein, Underwriters Laboratories will in diesem Jahr zehn neue Arbeitsplätze schaffen. Die Zahl der Auszubildenden im Chempark blieb mit knapp 460 konstant.

Dresely verweist auf die Kaufkraft der Beschäftigten für die Region: "Sie haben pro Jahr 230 Millionen Euro Nettolohnsumme. Und knapp 80 Prozent unserer Beschäftigten wohnen in Krefeld, Duisburg und Moers."

Quelle: RP
 
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