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Krefeld
Chempark-Explosion: Waren Ventile defekt?

Krefeld: Zwölf Verletzte bei Explosion im Chempark
Krefeld: Zwölf Verletzte bei Explosion im Chempark FOTO: RP
Krefeld. Der Grund für die Explosion bei der Firma Huntsman im Chempark Uerdingen dürfte in einer Fehlfunktion der Sicherheitsventile eines Stickstofftanks liegen. Dies geht aus einem Zwischenbericht hervor, den die Stadtverwaltung auf Antrag der Grünen für den nächsten Umweltausschuss erstellt hat. Von Sebastian Peters

Die Bezirksregierung sieht jedenfalls die Notwendigkeit für technische und organisatorische Maßnahmen bei Huntsmann, die Störfälle dieser Art künftig verhindern.

Krefeld: Große Staubwolke nach Explosion im Chempark FOTO: Markus Schneider

Am 5. August kam es gegen 14 Uhr zum Bersten eines Druckluftbehälters, der im Außenbereich des Titandioxidherstellers aufgestellt ist. Der Tank war 32 Kubikmeter groß und mit tiefkaltem flüssigen Stickstoff gefüllt, wie die Stadt nach Rücksprache mit Feuerwehr, Huntsmann und Bezirksregierung berichtet. Ein Sachverständiger analysiert derzeit die Ursachen im Detail. Die Stadt zitiert aus seinem Zwischenbericht. Demnach geht der Sachverständige davon aus, dass "höchstwahrscheinlich eine physikalisch bedingte Explosion zum Bersten des Stickstofftanks geführt hat". Dafür sei wiederum die wahrscheinlichste Ursache ein Abbau des Vakuums im Behältermantel mit daraus resultierendem erhöhtem Wärmeeintrag in den Innenbehälter.

Fakten zum Chempark Krefeld-Uerdingen FOTO: Currenta

"Wahrscheinlich kam es dann durch eine Behinderung der Druckentlastung (Sicherheitsventile) in Verbindung mit zusätzlichen Ereignissen wie Vereisung oder Verunreinigung des Sicherheitsventils zu einem Druckaufbau, der nicht mehr wirksam entlastet werden konnte und letztlich zum Bersten führte", heißt es im Bericht. Der Tank sei zu 70 Prozent gefüllt gewesen. Eine Gefährdung der Anwohner bestand nicht, das frei werdende Asbest habe sich nur im Bereich der Firma verbreitet und sei entfernt worden. Auch eine dauerhafte Gefährdung sei ausgeschlossen. Die über dem Chempark sichtbare Wolke bestand nach Angaben von Huntsman hauptsächlich aus Wasserdampf einer beschädigten Leitung und aufgewirbeltem Staub. Der Luftmesswagen des Chemparks habe keine erhöhten Werte luftfremder Stoffe festgestellt.

Wie es nach der Explosion im Chempark aussah, sehen Sie in dieser Bilderstrecke. 

Quelle: RP
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