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Krefeld
Chempark fürchtet Klagewelle durch Rheinblick

Krefeld: Chempark fürchtet Klagewelle durch Rheinblick
Das Modell des Projekts Rheinblick. FOTO: T.L.
Krefeld. In einem neuen Schreiben an Bezirksvertreter in Uerdingen macht Chempark-Chef Ernst Grigat auf seine Sorgen wegen des am Uerdinger Rheinufer geplanten Wohnprojekts Rheinblick aufmerksam. "Wir befürchten eine Klagewelle gegen die industriellen Unternehmen im Chempark", teilt Grigat in dem Schreiben mit.

"Unzufriedenheit von Neubürgern aufgrund ihrer Erwartungen an die beste Wohnlage ist eine unserer großen Sorgen."

Der Bebauungsplan für das Projekt Rheinblick ist noch nicht rechtskräftig, die Bauanträge sollen in Kürze gestellt werden.

Grigat versendete das Schreiben am 4. März. Er sehe das Wohnprojekt Rheinblick mittlerweile kritisch, schreibt Grigat. "Die Nachbarschaft von Wohnnutzung und Industrieflächen bildet immer eine sensible Schnittstelle." Probleme sehe er insbesondere beim Thema Schallschutz (wir berichteten): Höchstrichterliche Urteile des Europäischen Gerichtshofes und einiger Bundesgerichte führten zu strengeren Auflagen, die Abstandsregelungen zwischen schutzbedürftigen Nutzungen und Störfallbetrieben genauso betreffen wie den Umgang mit Gewerbelärm, so Grigat.

Durch Schiffsverkehr und Verladeaktivitäten entstehe am Uerdinger Rheinufer genau solcher Lärm. Maßnahmen zur Schallreduzierung an den Quellen oder eine Abschirmung des Schalls sei nicht realisierbar oder "in der Wirkung zu gering". Was tagsüber für viele vielleicht als tolerierbarer Lärm durchginge, könnte nachts als störend empfunden werden. Die Verladebrücken würden aber ständig gebraucht, könnten nicht vorübergehend geschlossen werden, ohne die Versorgung des Chemparks zu gefährden.

420 Schiffe jährlich würden am Ufer abgefertigt, die Stadt Krefeld kassiere dadurch rund 350.000 Euro Ufergeld pro Jahr. Grigat nimmt auch Bezug auf das Investitionsvolumen von Rheinblick, das bei 85 Millionen Euro liege. Im Sinne einer fairen Betrachtung verweist er darauf, dass die Unternehmen im Chempark Uerdingen von 2008 bis 2013 insgesamt 590 Millionen Euro am Standort investiert haben, also im Jahresdurchschnitt 98 Millionen Euro.

Die Rheinblick-Investoren Lutz Remmert vom Bielefelder Projektentwickler First Retail Consult und der Krefelder Ulrich Schmitter sehen keine Gefährdung des Projektes.

(sep)
 
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