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Krefeld
Chempark-Labor testet VW-Kunststoffe

Krefeld: Chempark-Labor testet VW-Kunststoffe
In den Testlabors im Chempark Uerdingen untersuchen Spezialisten von Underwriters Laboratories mit hochmodernen Apparaturen die Beschaffenheit von Kunststoffen. Jetzt wurde das Unternehmen von der Volkswagen AG zertifiziert, um deren Produkte auf Herz und Nieren zu prüfen. FOTO: Thomas lammertz
Krefeld. Mit der Volkswagen AG hat das im Uerdinger Chempark firmierende Testlabor von Underwriters Laboratories (UL) einen der namhaftesten Kunden weltweit an Land gezogen. UL ist seit dem Kauf von Bayer im Jahr 2009 in Krefeld auf Wachstumskurs. Von Norbert Stirken

Underwriters Laboratories hat mit der Zulassung der Volkswagen AG als zertifiziertes Labor für Werkstoffprüfungen einen großen Schritt in eine neue Branche gemacht. Nachdem der US-Konzern das Fachwissen der Bayer-Tester mitsamt Personal und Büros im Jahr 2009 erworben hatte, öffnete sich UL auch für Kunden außerhalb des Chemiekonzerns. Seitdem ist der Betrieb in Uerdingen auf Wachstumskurs. Der erreicht mit der Erfolgsmeldung VW nun einen vorläufigen Höhepunkt.

Als weltweit tätiges Unternehmen im Bereich der Sicherheitswissenschaft, wurde UL durch Volkswagen als zertifiziertes Labor für Werkstoffprüfungen zugelassen. Diese Zulassung ist ans UL Performance Materials Testing Lab in Uerdingen vergeben worden und bezieht sich auf zahlreiche Prüfmethoden, mit denen unter anderem Umwelteinflüsse, Oberflächenbeschaffenheit, Brandverhalten, mechanische Eigenschaften, Beständigkeit gegen bestimmte Medien und Textileigenschaften bestimmter Kfz-Innen- und Außenbauteile untersucht werden. UL fügt mit der Zulassung durch die Volkswagen AG der Liste seiner Kunden und Prüfkompetenzen im Automobilbereich einen unübersehbaren Akzent hinzu.

"Die Zulassung durch die Volkswagen AG, einen der weltweit größten Automobilhersteller, ist eine bedeutende Errungenschaft auf unserem Weg, UL als festen Bestandteil der Wertschöpfungskette in der Automobilbranche zu etablieren. Wir sind dadurch in unserer Zusammenarbeit mit dieser äußerst innovativen Branche gestärkt - sei es in der Forschung oder bei der Prüfung von Endprodukten", sagt Mette W. Pedersen, Vice President und General Manager des Geschäftsbereiches Performance Materials bei UL. "Durch unsere Erfahrung aus 120 Jahren präziser, wissenschaftlicher Abläufe und hohen ethischen Standards können wir zuverlässige Prüfergebnisse auch bei neueren Anwendungen wie Prüfungen im Automobilbereich oder Entwicklungsdienstleistungen liefern."

Das nach ISO 17025 akkreditierte Prüflabor im Chempark in Uerdingen biete eine einzigartige Palette von Komplettservices an. Durch hochgradig automatisierte Prüflabore und umfangreiche Werkstoffdatenbanken unterstütze UL Performance Materials Krefeld Automobilhersteller und deren- Zulieferer vom Entwurf über die frühe Produktentwicklungsphase bis hin zum Produktionsteil-Abnahmeverfahren (Part Production Approval Process, PPAP) und sorge somit für eine optimierte Markteinführungszeit, berichtet Betriebsleiter Thorsten Niklas.

UL fördert mit wissenschaftlichen Lösungen für Herausforderungen in Sachen Sicherheit und Nachhaltigkeit sichere Lebens- und Arbeitsbedingungen für Menschen überall auf der Welt. In den Laboren in Uerdingen werden unter anderem Kunststoffe nach Kundenwünschen hergestellt. Aus dem Granulat werden zunächst genormte Testkörper. Mit deren Hilfe untersuchen die Experten die Eigenschaften des Materials. Wie ist es um die Farbechtheit bestellt? Wie zäh ist es? Entstehen beim Zerbersten scharfkantige Flächen? Wie sieht es um die Brennbarkeit aus?

Das UL-Prüfzeichen sei eines der bekanntesten Zertifizierungszeichen der Welt und vermutlich in jedem Krefelder Haushalt zu finden. Jährlich erscheine das Prüfzeichen auf über 22 Milliarden verschiedenen Produkten aus den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen, unter anderem auf Haushaltsgeräten, wie elektrischen Zahnbürsten, Laptops, Bügeleisen, Staubsaugern und modernen Freizeitartikeln wie Hoverboards informierte Krefelds UL-Geschäftsführer Niklas.

In den vergangenen Jahren wurde das Prüfspektrum des Testlabors am Rhein deutlich erweitert. Schwerpunkt sei dabei die Automobilindustrie. Für deren spezifische Anforderungen seien am Standort mehr als eine Million Euro investiert worden, informierte Niklas. Dabei gehe es im Besonderen um die Prüfung von Kunststoffen im Automobilbereich, welche später im Fahrzeuginnenraum oder unter der Motorhaube zu finden sind, berichtete Niklas.

Quelle: RP
 
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