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Krefeld
Christlich-islamisches Oratorium nächsten Sonntag

Krefeld. "Bach trifft Koran" heißt es am Sonntag in der Friedenskirche. Betin Günes komponierte ein Werk mit Bibel und Koran. Von Petra Diederichs

Die Bibel und der Koran haben mehr gemeinsam, als vielen bewusst ist. Von der Geburt Jesu erzählen beide, zum Beispiel. Für den türkischen Komponisten Betin Günes (Jahrgang 1957), der schon lange in Deutschland lebt, war es deshalb ein Herzensanliegen, mit seiner Musik das Verbindende, die Gemeinsamkeiten, aber auch die Unterschiede darzustellen. Dass sein christlich-islamisches Oratorium in einer politisch so brisanten Zeit öffentlich werden würde, konnte er bei seiner Arbeit nicht ahnen: Am Nikolaustag, Sonntag, 6. Dezember, wird "Und er sprach: ..." ab 19 Uhr in der Friedenskirche, Luisenplatz 1, aufgeführt. Die Uraufführung ist am Vorabend in der Christuskirche Leverkusen.

Bei diesem Projekt des Krefelder Kantors Hans-Jörg Böckeler und der Friedenskirche mit Pfarrer Michael Windhövel wirken der Dio-Chor und die Kantorei der Friedenskirche mit, begleitet vom Turkish Chamber Orchestra. Sie erzählen die Geburtsgeschichte Jesu - in den altbekannten Klängen von Johann Sebastian Bach, die Betin Günes mit eigenen Kompositionen in Dialog setzt.

"Die unterschiedlichen Erzähltraditionen in Bibel und Koran werden bekannt gemacht und der musikalische Bogen mit den beiden verschiedenen Musikrichtungen zur versöhnenden Interpretation des Festes der Geburt Jesu wird ermöglicht", erklärt Birgit Kaltenmeier für den Dio-Chor. "Wir alle wissen, dass gerade in der heutigen Zeit ein christlich-islamischer Dialog wichtiger als je zuvor ist, damit falsche Vorstellungen, Fehl-Informationen und auch falsch gelenkte und interpretierte Berichte die Gemeinsamkeiten einer friedlichen Koexistenz nicht gefährden." Und durch die Musik gelinge der Dialog besonders gut. Auf christlicher Seite ist es ein Teil des bekannten Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach durch die besondere Ansammlung von Texten aus der christlichen Tradition, und auf der islamischen Seite ist es das neu komponierte Werk von Betin Günes.

Als Solisten wirken mit: Jana Marie Gropp (Sopran), Ava Gesell (Mezzo-Sopran), Lacin Modiri (Tenor) und Günes Gürle (Bass).

Aufführung Sonntag, 6. Dezember, 19 Uhr, Friedenskirche, Luisenplatz 1. Karten für 15, 20 oder 25 Euro gibt es im Vorverkauf bei den bekannten Stellen.

Quelle: RP
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