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Krefeld
Clarenbachhaus soll Kita-Standort werden

Krefeld: Clarenbachhaus soll Kita-Standort werden
Das Clarenbachhaus steht seit rund zwei Jahren leer. Der Unterhalt des in die Jahre gekommenen Gebäudes war der Luthergemeinde zu teuer geworden. Seither wird - bislang vergeblich - ein Käufer gesucht. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Der Verkauf des Clarenbachhauses am Lutherplatz an die afrikanische Gemeinde ist geplatzt. Jetzt gibt es neue Ideen für das ehemalige Gemeindezentrum: Ein Investor soll sich für das Haus interessieren, um dort eine Kita zu errichten. Von Carola Puvogel

Der Verkauf des Clarenbachhauses neben der Lutherkirche an die afrikanische Gemeinde ist geplatzt. Das berichtet Pastor Samuel Balemba, der damit den Traum vom eigenen Gotteshaus und Gemeindezentrum (wir berichteten) vorerst begraben muss. Seit einiger Zeit war die Gemeinde Mieter des Clarenbachhauses und hatte sich erfolglos bemüht, die Mittel für den Kauf aufzubringen. Jetzt will Balemba Oberbürgermeister Frank Meyer um Hilfe bei der Suche nach einer neuen geeigneten Unterkunft für seine Gemeinde bitten.

Die evangelische Gemeinde als Eigentümer des Clarenbachhauses, so Informationen aus Kirchenkreisen, verhandelt nun ihrerseits mit einem neuen Interessenten. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es Pläne, die städtische Kita Lutherplatz, die aktuell noch auf dem Helios-Klinikgelände untergebracht ist, mittel- bis langfristig zum Lutherplatz umziehen zu lassen. Ein Investor soll sich demnach für den Kauf des Clarenbachhauses interessieren, um dort einen Ersatzbau für die Kita zu errichten, die nicht dauerhaft in den jetzigen Räumlichkeiten verbleiben kann. "Die Überlassungsvereinbarung für die Nutzung der Räumlichkeiten für den Kita-Betrieb ist der Stadt Krefeld bis Juli 2026 vertraglich zugesichert", erklärt Helios-Sprecherin Marina Dorsch den Zeitrahmen. Erfahrungen in anderen Stadtteilen haben gezeigt, dass es mitunter lange dauern kann, einen neuen Kita-Standort zu finden: Im Westbezirk dauert die bis dato erfolglose Suche bereits mehr als ein halbes Jahrzehnt, nachdem auf dem vorgesehenen Gelände an der Randstraße Altlasten gefunden worden waren.

In der städtischen Kita Lutherplatz werden Kinder im Alter von vier Monaten bis zum Schuleintritt betreut. Bereits jetzt leidet die Kita unter Platzmangel. Die Kleinsten im Alter von sechs Monaten bis zwei Jahren sind daher in einer Dependance an der Spinnereistraße untergebracht.

Bezirksvorsteherin Gisela Brendle-Vierke bestätigt, dass ein entsprechendes Kaufangebot vorliege. Dennoch sei noch völlig offen, ob sich das Projekt realisieren lassen werde. "Das liegt noch in ferner Zukunft", sagt die SPD-Frau.

Offen ist auch, ob gegebenenfalls das direkt angrenzende Haus der Familie in diese Planungen mit einbezogen werden soll. Leiterin Christa Müller erzählt, sie habe von entsprechenden Gerüchten gehört, offiziell sei man jedoch in diese Überlegungen nicht einbezogen. Jens Drießen, Geschäftsführer des Evangelischen Gemeindeverbands, Eigentümer des Haus der Familie, hält sich bedeckt. Auch die Stadt Krefeld, so sagt er, werde zu dem Projekt nichts sagen können, "weil wir es auch noch nicht wissen". Die Stadt selber sei an einem Kauf des Clarenbachhauses und des Haus der Familie jedenfalls nicht interessiert, teilt Stadtsprecherin Angelika Peters mit. Die Frage nach einem möglichen Investor blieb unbeantwortet.

Lutherkirchen-Pastorin Sabina Busmann hält die Idee einer Kita im ehemaligen Gemeindehaus für "belebend und schön". Sie hofft auf eine "saubere, vernünftige Lösung" für das Clarenbachhaus, das sie sich "dauerhaft in guten Händen" wünscht. "Dort eine Kita zu haben, wäre eine traumhafte Idee", sagt sie. Aber es gebe noch extrem viele Fragezeichen und Unwägbarkeiten.

Quelle: RP
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