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Krefeld
Clubs bitten: MSM-Halle nicht schließen

Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen
Willkommenskultur: Diese Menschen helfen Flüchtlingen FOTO: RP
Krefeld. Fischelns Sportvereine appellieren an die Stadt, die Sporthalle Königshof nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen zu nutzen. Dies habe gravierende Folgen bis hin zur Auflösung des Handball-Drittligisten HSG Krefeld. Von Oliver Schaulandt

Die vier Fischelner Sportvereine HSG Krefeld, Adler Königshof, der Fischelner TV und der Fischelner SV haben gestern in einer gemeinsamen öffentlichen Erklärung die Stadt Krefeld eindringlich gebeten, die Sporthalle Königshof (MSM-Gymnasium) nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen zu schließen. "Wir sind natürlich absolut dafür, den Menschen in Not zu helfen, das steht völlig außer Frage. Aber: Der bisherige Spielbetrieb muss auch weitergehen können. Allein unser Verein müsste den Spielbetrieb von 17 Mannschaften unterbrechen, wenn die MSM-Halle geschlossen würde", sagte Adler-Vorsitzender Hans Krüppel. Hinzu käme, dass auch der Schulsport von gleich drei Lehranstalten (MSM-Gymnasium, Realschule Freiherr vom Stein sowie Grundschule Oberbruch) bei einer Schließung der Sporthalle nicht mehr stattfinden könnte.

Für Krefelds ranghöchste Mannschaft, die HSG Krefeld, die in der Dritten Bundesliga spielt, hätte eine Schließung der Halle möglicherweise gravierende Folgen. Selbst ein Rückzug und somit ein komplettes Aus sei zu befürchten. "In Krefeld gibt es nur zwei Hallen, die für Handball in unserer Spielklasse geeignet sind, nämlich die Glockenspitzhalle und die am MSM", sagt HSG-Geschäftsführer Thomas Wirtz. "Wenn die Halle am MSM auch geschlossen wird, müssen wir das Team vom Spielbetrieb wahrscheinlich zurückziehen, allein schon aus wirtschaftlichen Gründen." Der Verein habe schließlich Arbeitsverträge mit Trainer und Spielern, denen auch mit Mitteln aus den Eintrittsgeldern nachzukommen ist; zudem befürchtet Wirtz, dass auch Sponsoren abspringen könnten, wenn der Spielbetrieb nicht aufrecht erhalten wird. Nichtsdestotrotz sei es natürlich auch den Vereinen bewusst, wie wichtig rasche humanitäre Hilfe für die Flüchtlinge sei. Adler Königshof und die HSG wollen in den kommenden Tagen ihre Mitglieder dazu aufrufen, nicht mehr benötigte Kleidungsstücke zu sammeln, die die Clubs anschließend dann gebündelt an humanitäre Organisationen weiterleiten wollen - der Beschluss wurde erst gestern gefasst, so dass dazu noch keine konkreten Umsetzungsmaßnahmen feststanden.

Als Alternativen zur Unterbringung der Flüchtlinge hoffen die vier Vereine, dass die Stadt die Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigt, um leer stehende öffentliche Gebäude für die Unterbringung von Flüchtlingen bereitzustellen. Wirtz: "In St. Tönis hat das auch funktioniert."

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Quelle: RP
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