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Krefeld
Colonia Dignidad: Steinmeier gibt Akten vorzeitig frei

Krefeld. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat Akten zu der umstrittenen deutschen Sektensiedlung "Colonia Dignidad" vorzeitig freigegeben. Steinmeier beklagte Versäumnisse deutscher Diplomaten, die bei den Vorgängen in der "Colonia Dignidad" weggeschaut hätten, deutschen Bürgern Schutz verweigert und sogar Ehrenerklärungen für die Siedlung abgegeben hätten. Unterdessen prüft die Staatsanwaltschaft Krefeld, ob der in Chile zu fünf Jahren Haft verurteilte Sektenarzt Hartmut Hopp in Deutschland ins Gefängnis muss. Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft ist die Prüfung in der letzten Phase.

Mit einem Ergebnis sei voraussichtlich nach Pfingsten zu rechnen. Hopp war nach seiner Verurteilung 2010 nach Deutschland geflohen. Der Menschenrechtsanwalt Andreas Schüller drängte die Justiz zum Handeln. "Die Ermittlungen laufen seit fünf Jahren", sagte er. Wolfgang Kneese, der in der Sektensiedlung gelitten hat und im dritten Anlauf fliehen konnte, nannte es unerträglich, dass der Sektenarzt Hopp in Deutschland auf freiem Fuß ist.

(epd)
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