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Krefeld
Comedy-Vergnügen mit Sound-Effekten

Krefeld. Beim Lachblütenfestival glänzte neben den Wortakrobaten vor allem Beat-Boxer "Pete the Beat". Von Mojo Mendiola

Keine Halbzeiten, sondern ein Programm in Dritteln - weil Krefeld eben eine Eishockey-Stadt ist - das gibt es derzeit wieder beim Lachblütenabend im Botanischen Garten. Noch bis zum Wochenende veranstaltet das Podio-Theater seine Kabarett- und Comedy-Reihe open air.

Nachdem Gastgeber Rüdiger Höfken am Sonntag "gebeichtet" hatte, dass ihm etwas unterlaufen sei, was man sonst nur aus alten SchwarzWeiß-Filmen kenne, er sei nämlich 50 geworden, gab er die Bühne zügig frei für Ludger K., der kurzfristig für Matthias Jung eingesprungen war. "Hilfe, ich werd' konservativ!" hieß das Programm des Duisburgers, und obwohl er zwischendurch mit Kalauern auch Lacher zu erzielen wusste, zielte sein Vortrag eher auf ernste Themen.

Es komme wohl nicht von ungefähr, dass alle guten Science-Fiction-Filme in Jahren gespielt hätten, die heute schon Geschichte sind. Eine Conchita Wurst zum Politikum hochzustilisieren, sei schlicht eine Lächerlichkeit, und dass man sein Smartphone heute schon nach einem Jahr zugunsten des Nachfolgemodells als veraltet in den Müll zu entsorgen habe, sei regelrecht verwerflich.

Zum Star des Abends wurde die Nummer zwei im Ablauf, der Human Beat-Boxer "Pete the Beat" aus Berlin. Seine mit Kehlkopf und Mund imitierten Schlagzeug-Sounds hat man zwar auch von vielen anderen schon ähnlich gehört, aber seine unter Einbeziehung der Nase hervorgebrachte Heavy-Metal-Gitarre, sein Techno-Sound mit Mikro komplett im Mund, die täuschend echten Spielgeräusche vom Tennisplatz inklusive des Damenstöhnens bei jedem Schlag seit Monica Seles - samt einer Zeitraffer- und Zeitlupenvariation desselben - sowie der grandiose Vergleich zwischen den Klangbildern beim Startversuch eines Trabis und eines VW-Käfers brachten das Publikum zum Toben und nötigten hohen Respekt ab.

Mit skurrilen Liedern am E-Klavier über die Hassliebe der Bottroper zu den Bayern, deren Oktoberfeste sie mögen, deren Fußballer aber nicht, bot schließlich Matthias Reuter als Dritter gutgelaunte Unterhaltung.

Schön auch die Geschichte von seinem britisch rechtsgesteuerten und zusätzlich ein wenig umgebauten Auto. Das Besondere daran ist nämlich, dass er damit in der Stadt vortäuschen kann, sein Hund sitze am Lenkrad und habe ihn entführt - eine Vorstellung, bei der sich das Publikum brezelte.

Heute, 20 Uhr, tritt Onkel Fisch auf.

Quelle: RP
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