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Krefeld
COPD: Neue Selbsthilfegruppe für Kurzatmige

Krefeld. Weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation von der chronischen Erkrankung 64 Millionen Menschen betroffen. Von Cornelia Brandt

Häufiger Husten, ständige Atemwegsinfekte und Kurzatmigkeit - wer häufig unter Atemwegsbeschwerden leidet, sollte einen Arzt aufsuchen, denn er könnte an COPD (chronic obstructive pulmonary disease) leiden, einer chronischen Erkrankung der Lunge, die auf entzündeten und dauerhaft verengten Atemwegen beruht. In Krefeld hat sich jetzt eine neue Selbsthilfegruppe für COPD-Betroffene gegründet. Sie soll Menschen mit COPD, Lungenemphysem, Lungenfibrose, Alpha-1-Antitrypsinmangel oder Asthma bronchiale die regelmäßige Möglichkeit zum Austausch bieten. Das erste Treffen findet am letzten Samstag im September statt.

Ins Leben gerufen wurde die neue Selbsthilfegruppe durch Rolanda Müller, die selbst an COPD erkrankt ist und daher aus ihrem eigenen Alltag kennt, wie es ist, wenn die Lungen und damit auch die restlichen Organe nicht genügend mit Sauerstoff versorgt werden können. "Manchmal stehe ich beim Einkaufen an der Kasse und merke, dass ich wieder einen Hustenanfall bekomme", berichtet die 53-Jährige. Wenn es besonders schlimm wird, gehe sie direkt raus. "Husten wird von den meisten Menschen als sehr unangenehm empfunden. Die setzen Husten mit Krankheit gleich. Vor und hinter mir ist dann ganz schnell keiner mehr", sagt sie. Dabei ist COPD nicht ansteckend. Vor rund 15 Jahren war die Krankheit bei Müller diagnostiziert worden. Seit etwa fünf Jahren lebe sie auch danach. "Ich habe das anfangs für mich nicht so wahrgenommen, heute bin ich gut eingebettet, habe mir viel erkämpft und angelesen", berichtet sie. Früher hat die gelernte Heilpädagogin ein Familienzentrum geleitet. Heute sei sie dazu aufgrund ihrer COPD-Erkrankung nicht mehr in der Lage. Die Krankheit verlange von Betroffenen ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Eine Heilung sei nicht möglich, ein rasches Fortschreiten der Erkrankung könne aber oft durch das richtige Verhalten verhindert werden. "Ich gehe zweimal pro Woche zur Physiotherapie, mache Ausdauertraining, Lungensport und Übungen zum Abhusten. Spezielle Massagetechniken lockern meine Rippenmuskulatur und lösen dadurch den Schleim in der Lunge, was das Abhusten erleichtert", schildert Müller. "Je mehr man versucht, desto besser ist das." Die Selbsthilfegruppe soll Betroffenen auch zeigen, dass sie nicht alleine mit ihren Problemen sind, und Möglichkeiten aufzeigen. "Viele wissen zum Beispiel gar nicht, dass sie über ihre Krankenkasse an einem COPD-Programm teilnehmen können, bei dem sich der Arzt besonders viel Zeit für sie nimmt und regelmäßig spezielle Untersuchungen macht", weiß Müller.

Nach Angaben der Deutschen Atemwegsliga haben allein in Deutschland bis zu fünf Millionen Menschen COPD. Weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation rund 64 Millionen Menschen betroffen. Sie schätzt, dass COPD bis 2030 weltweit zu den dritthäufigsten Todesursachen zählen wird. Typische Symptome sind Husten mit Auswurf und Atemnot bei Belastung. Ein großes Risiko für COPD bildet die Luftverschmutzung durch Feinstaub. So sind häufig Raucher und Passivraucher betroffen oder Menschen, die regelmäßig Luftschadstoffen ausgesetzt sind, etwa am Arbeitsplatz. In seltenen Fällen kann COPD auch genetisch bedingt sein.

Das erste Treffen der Selbsthilfegruppe findet Samstag, 24. September, von 15 bis 17 Uhr im Begegnungszentrum Wiedenhof, Mühlenstraße 42 / Ecke Dreikönigenstraße statt.

Quelle: RP
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