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Krefeld
Covestro in Uerdingen erprobt digitales Pionierprojekt für weltweiten Einsatz

Krefeld. Das Stichwort Digitalisierung ist in aller Munde: Für die einen ist es ein Schreckgespenst und mit Automation und Stellenabbau verknüpft, für die anderen wiederum der Schlüssel zum Erfolg. Covestro sieht eher die Chancen der Digitalisierung, ist Vorreiter in diesem Bereich und setzt mit innovativen Projekten in der Produktion nach eigenen Angaben Maßstäbe auf dem Weg zur Industrie 4.0.

Das beweist das Unternehmen am Standort Uerdingen, wo mit der "Mobilen Instandhaltung" nun ein digitales Pionierprojekt erfolgreich eingeführt wurde. Im Chempark können Mitarbeiter des werkstoffherstellers bei der Wartung komplexer Produktionsanlagen bequem auf ein Tablet zurückgreifen und alle relevanten Daten zu Maschinen und Anlagen mit wenigen Wischern einsehen und bearbeiten.

Ein schnelles Foto mit dem Zeigefinger und ein paar Touches über den Bildschirm des Tablets - dann sind alle wichtigen Infos gespeichert. Was früher handschriftlich notiert und später in den PC getippt werden musste, funktioniert damit jetzt komplett digital. Das Ziel: Aufbau, Betrieb und Instandhaltung von Produktionsanlagen sollen transparenter, effizienter - und auch sauberer werden. Denn durch den Wegfall langer Papierlisten und Aktenordner lässt sich nicht nur Zeit einsparen, sondern auch aktiv die Umwelt schonen. Das Projekt soll nun an anderen Covestro-Standorten weltweit ausgerollt werden.

Bei allen Geschäftsaktivitäten vertritt Covestro den Anspruch, nachhaltige Ideen und Lösungen zu finden, die helfen, die Welt lebenswerter zu machen. Eine dieser Lösungen am Standort Krefeld-Uerdingen sei das Recycling salzhaltiger Prozessabwässer, betonte ein Unternehmenssprecher. Bei vielen industriellen Produktionsprozessen entstehen salzhaltige Abwasser. Covestro hat in Uerdingen ein umweltfreundliches und ökonomisch tragfähiges Verfahren zur Aufbereitung und Nutzung von Industrie-Abwässern entwickelt. Das dabei gewonnene Salz ist so rein, dass es bei der Produktion von Chlor eingesetzt werden kann. Chlor wiederum ist ein wichtiger Rohstoff für Polycarbonat und viele weitere Kunststoffe. "Die Abwasser-Recycling-Anlage bei uns in Krefeld ist ein hervorragendes Beispiel für einen nachhaltigen und effizienten Umgang mit Ressourcen", betont Jürgen Meyn, Covestro-Produktionsleiter im Chempark. Seit 2016 setzt das Unternehmen das Verfahren in einer Pilotanlage ein.

Seit seiner Ausgliederung aus dem Bayer-Konzern im Jahr 2015 blickt Covestro auf einen Geschäftsverlauf zurück, der von stetigem Wachstum und Erfolg geprägt ist. Im vergangenen Jahr konnte der Umsatz um rund 19 Prozent gegenüber 2016 gesteigert werden. Im Zuge der gelungenen Unternehmensentwicklung folgte im März dieses Jahres die Aufnahme in den deutschen Leitindex DAX der 30 größten Aktiengesellschaften. Maßgeblichen Anteil an diesem Geschäftserfolg hat auch der Produktionsstandort Krefeld, wo Covestro bereits seit über 50 Jahren Hochleistungskunststoffe herstellt. Der Standort ist Geburtsstätte und einer der größten Produzenten von Polycarbonaten in Westeuropa. Daneben wird auch MDI hier hergestellt, ein Vorprodukt für Polyurethan-Hartschaumstoff.

(sti)
 
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