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Krefeld
Damit es im Oberstübchen funkt

Krefeld: Damit es im Oberstübchen funkt
Gemeinsames Ziel: Fit im Kopf bleiben. 20 Jahre Gedächtnistraining werden bei Kaffee und Kuchen gefeiert. Links Kursusleiterin Lieselotte Angerhausen. FOTO: Familienhilfe
Krefeld. Seit 20 Jahren bietet die Familienhilfe Gedächtnistraining und Gehirnjogging für Senioren an. Von Renate Wilkes-Valkyser

Was ist das Wichtigste? Auf diese Frage kennen vor allem ältere Leute nur eine Antwort: Gesundheit! Und im Rahmen der Gesundheit wird die Klarheit im Kopf am höchsten bewertet. Damit es im Oberstübchen funkt, treffen sich etliche Krefelder regelmäßig einmal pro Woche im Seniorenklub der Krefelder Familienhilfe am Ostwall. Lieselotte Angerhausen sorgt seit nun 20 Jahren mit verblüffend einfachen Übungen dafür, dass verschiedene Regionen des Gehirns sinnvoll beschäftigt werden und der Denkapparat fit bleibt. "Zunächst habe ich bei der Volkshochschule abgeguckt", sagt Angerhausen. Sie hatte seinerzeit als Leiterin des Seniorenclubs Kursusangebote gesucht und von der neuen Disziplin "Gedächtnistraining" gehört. Ilse Klougt und Edith Platen, von den ersten Trainingsstunden bis vor kurzem noch treue Teilnehmer des Gehirn-Joggings und nun beinahe hundert Jahre alt, beteuerten, dass sie ihre geistige Wachheit zu einem guten Teil der Tatsache zu verdanken haben, dass sie Trainerin Lieselotte Angerhausen gefolgt sind.

Helga Wagner und Maria van der Hoven sind mit 94 und 93 Jahren aktuell die ältesten Kursusmitglieder. Die jüngsten sind um die 60. Helga Wagner ist ehrlich: "Also, anfangs habe ich nicht so recht daran geglaubt. Für mich war der Kursus vor allem ein Grund, aus meiner Wohnung heraus und unter die Leute zu gehen. Aber dann hat es mir immer mehr Spaß gemacht, und nun bin ich sicher: Das bringt tatsächlich etwas. Man ist angeregt und wacher im Kopf. Man interessiert sich mehr für neue Themen. Man hat tatsächlich mehr Lebensfreude."

Angerhausen hat sich längst intensiv fortgebildet. Gemeinsam mit der jetzigen Clubleiterin Elisabeth Stöcker-Mockenhaupt besuchte sie Ausbildungs-Seminare, die der Bundesverband für Gedächtnistraining in Düsseldorf anbietet. Die Ausbildung endete mit einer Prüfung. Man hatte gelernt, wie das Gehirn funktioniert, und Trainingsziele definiert. Zunächst gilt es, Wahrnehmungsfähigkeiten zu schulen, dann um Konzentration, Merkfähigkeit, Flexibilität, Urteilsfähigkeit, assoziatives, logisches, vernetztes und strukturiertes Denken, Kreativität, Phantasie und einiges mehr. Angerhausen und Stöcker-Mockenhaupt können zudem als Mitglieder des Bundesverbandes für Gedächtnistraining immer die neuesten Informationen abrufen.

Oberstes Gebot: "Es muss Spaß machen", sagt Lieselotte Angerhausen, denn: "Freude löst Blockaden auf." Zweites Gebot: "Wir bewegen uns möglichst oft und laden alle Teilnehmer ein, sich an regelmäßige sportliche Übungen zu gewöhnen. Das Gehirn wird faul, wenn der Körper nicht bewegt wird." Deshalb findet gezieltes Training manchmal auch im Zoo oder an anderen interessanten Orten statt. Aus jeder Kursusstunde nehmen die Teilnehmer "Lustaufgaben" mit nach Hause, die bei Unlust auch schadlos versäumt werden können. Da geht es beispielsweise darum, in einer beliebig langen Geschichte möglichst viele Wörter mit "ai" unterzubringen. So werden die Kursusteilnehmer animiert, auch tunlichst an allen Tagen der Woche etwas für ihr Oberstübchen zu tun.

Quelle: RP
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