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Krefeld
Das Gedächtnis des Kunstvereins

Krefeld: Das Gedächtnis des Kunstvereins
In 36 Kartons sind die wichtigsten Stationen aus der Geschichte des Krefelder Kunstvereins seit 1946 verwahrt. Die Unterlagen und Briefwechsel mit Künstlern hat Vorsitzende Elke Meyer-Michael jetzt an Stadtarchivar Olaf Richter übergeben. FOTO: jus
Krefeld. Der Krefelder Kunst-verein hat jetzt seine Unterlagen ab 1946 ans Stadtarchiv übergeben. Dort wird nun die Historie des Vereins archiviert - und vielleicht demnächst auch ausgestellt. Von Julia Schleier

Der Krefelder Kunstverein hat große Teile seines Vereinsarchivs dem Krefelder Stadtarchiv übergeben. Der Bestand wird dort nun archivarisch bearbeitet und ausgewertet. In Zukunft sollen weitere Teile des Vereinsarchivs überstellt werden, damit eine geschlossene Sammlung mit wichtigen Unterlagen der Vereinsgeschichte erhalten bleibt. Der Vorstand des Kunstvereins ist der Meinung, dass der Verein ein wichtiger Bestandteil der Krefelder Stadt- und Kulturgeschichte ist.

Gegründet wurde der Verein 1883, damals noch als Crefelder Museumsverein. Der Verein initiierte den Bau des Kaiser-Wilhelm-Museums, seine Mitglieder gehörten zu den Hauptsponsoren, um den Bau zu finanzieren. Aus dem Museumsverein kamen in den folgenden Jahren wesentliche Initiativen für die Sammlung zeitgenössischer Kunst. 1970 trennte sich der Verein vom Museum und nannte sich fortan Krefelder Kunstverein. Das Vereinsarchiv aus der Epoche 1883 bis 1945 befindet sich nach wie vor im Kaiser-Wilhelm-Museum. Das Archiv ab 1946 wurde vom Krefelder Kunstverein in eigene Zuständigkeit übernommen und im Buschhüterhaus am Westwall gelagert.

Der erste Kontakt zwischen Stadtarchiv und Kunstverein fand im Februar dieses Jahres statt. Bereits zwei Monate später konnten die Unterlagen transportiert und der Schenkungsvertrag unterzeichnet werden. Die jetzt dem Stadtarchiv übergebenen Akten umfassen etwa 36 Kartons und enthalten Unterlagen wie Sitzungsprotokolle, Mitgliederregister, Finanzunterlagen, Presseberichte und Briefwechsel sowie Verträge mit Künstlern. Auch Unterlagen zu Ausstellungen, Vorträgen und Exkursionen des Kunstvereins sowie Schenkungen an das KWM gehören dazu.

Im Stadtarchiv soll eine sach- und fachgerechte Lagerung und Bearbeitung dieser Vereinsunterlagen gewährleistet werden. Mit der Übergabe an das Stadtarchiv verbindet der Kunstverein auch die Hoffnung, dass der Bestand der Akten katalogisiert und damit zur besseren Auffindung historischer Fakten und weiteren Bearbeitung erschlossen wird. Dafür will Olaf Richter, Leiter des Stadtarchivs, Fachkräfte ansprechen, die sich mit dem Bestand beschäftigen und ihn fachkundlich auswerten können. Eine Chronik der Geschichte des Kunstvereins gibt es bisher nicht. "Nicht nur aus archivarischer Sicht, sondern auch im künstlerischen Bereich hat diese Übergabe zentralen Wert", sagt Richter. Der gesellschaftliche Wandel der Stadt Krefeld könne im Hinblick auf Kunst sichtbarer gemacht werden, ebenso der Umbruch der Kunstszene um 1920. "Im Kunstbereich ist es schwieriger, prägende Ereignisse zu dokumentieren, als beispielsweise im Finanzwesen. Mit Primärquellen arbeiten zu können, ist bei der Aufbereitung vergangener Zeiten sehr hilfreich", sagt Richter.

Der Kunstverein, der im nächsten Jahr 135-jähriges Bestehen feiert, sieht sich heute immer mehr als Bildungsinstitution. "Wir bemühen uns um Kontakte zu anderen Kulturvereinen, wie beispielsweise den Literaturfreunden", erklärt Elke Meyer-Michael, Vorsitzende des Kunstvereins. Auch eine langfristige Zusammenarbeit mit der Hochschule soll gefördert werden, beispielsweise durch eine jährliche gemeinsame Ausstellung. Nach Bearbeitung der kürzlich übergebenen Unterlagen bestehe die Möglichkeit, eine Foyer-Ausstellung im Stadtarchiv zu veranstalten.

Quelle: RP
 
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