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Krefeld
Das Gewissen Krefelds - Künstler Caco ist gestorben

Krefeld. Der Krefelder Künstler Caco (Karl-Heinz Ramacher) ist nach schwerer Krankheit gestorben. Er war ein Freigeist und Querdenker, der den Finger in gesellschaftliche Wunden legte. Caco war ein Künstler, der jeder Stadt gut zu Gesicht steht. Es war kein musealer Ruhm, der ihn bekannt und bedeutend gemacht hat, sondern sein unermüdliches Schaffen für seine Stadt und seine Mitmenschen. Caco war eine Art Gewissen der Stadt Krefeld, das sich immer zu Wort meldete, wenn es nötig war.

Über vier Jahrzehnte hat Caco als Maler, Musiker, Galerist und vieles mehr die Krefelder Künstlerszene und Alternative "von innen" miterlebt und mit gestaltet. Auch überregional und international beteiligte er sich an Kunstveranstaltungen und lernte dabei unter anderem Joseph Beuys kennen, mit dem er einen engen Kontakt pflegte. "Das war ein Wahnsinnsvogel. Ich mochte den gern", berichtete er seinerzeit. Als Schüler lernte er in Beuys' "Free International University" (FIU). "Da bin ich fast sieben Jahre mit dem Rad nach Düsseldorf hingefahren", erinnerte er sich. Beuys, sagte er damals, den vermisse er schon sehr: "Den konnte man jederzeit anrufen, um über Kunst zu sprechen."

Vor gut einem Jahr wurde sein Lebenswerk mit der Verleihung des Rheinlandtalers des Landschaftverbandes geehrt. Sein Freund Frank Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Krefeld, bezeichnet ihn in seinem Grußwort als Original, echt und unverfälscht, schöpferisch und eigenständig. Mit seiner Aktion "3333 Bäume für Krefeld" habe er ganz im Sinne seines künstlerischen Vorbildes Joseph Beuys naturnahe Zeichen gesetzt, sein Revier markiert, könnte man sagen. Schließlich, so Meyer, wäre jeder bunte Hund froh, wenn er so bekannt wäre wie Caco in Krefeld. Jetzt hat Caco seinen letzten Atemzug getan. Er wird in Krefeld eine Lücke hinterlassen.

(sti)
 
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