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Krefeld
Das neue Gesicht der Krefelder Familienhilfe

Krefeld: Das neue Gesicht der Krefelder Familienhilfe
Die neue Vorsitzende der Familienhilfe, Heike, Dufeu, (l.) mit der Geschäftsführerin Ute Gerhard-Falk. FOTO: Kleinelsen
Krefeld. Heike Dufeu arbeitet als Tagesmutter und war ehrenamtlich im Hospiz tätig. Die neue Vorsitzende leitet eine Institution, die 1945 gegründet wurde und deren Altenclub der erste seiner Art in Deutschland war. Von Bärbel Kleinelsen

Heike Dufeu ist eine gute Beobachterin und eine noch bessere Zuhörerin. Sie nimmt sich Zeit für die Menschen, die mit ihr reden, die ihr ihr Herz ausschütten, die unter ihrer Alltagssituation leiden, denen ansonsten aber vielleicht keiner zuhört. Heike Dufeu hört zu, nimmt die Ängste und Sorgen ihrer Gesprächspartner ernst. So hat es die 50-Jährige über zwölf Jahre lang als ehrenamtliche Mitarbeiterin im Hospiz gehandhabt, so macht sie es auch nun als Vorsitzende der Krefelder Familienhilfe.

Obwohl sie erst kurz im Amt ist, kennt sie schon erstaunlich viele der Senioren, die fast täglich den Bürgertreff am Ostwall besuchen. Mit einem schüchternen Kopfnicken oder einem offenen "Hallo" wird sie von jedem Einzelnen begrüßt. "Es ist schön, so herzlich empfangen zu werden. Ich fühle mich hier sehr wohl", sagt Dufeu und lächelt.

Erst zwei Jahre ist es her, dass sie ihr Vorgänger Günter Baier bei einer Veranstaltung ansprach und ihr von der Familienhilfe erzählte. Seitdem hat sie viel über die Arbeit des Sozialwerks erfahren, das es in Krefeld bereits seit dem 21. April 1945 gibt und dessen Altenclub der erste seiner Art in ganz Deutschland war.

"Ich habe mich einfach in die Kurse gesetzt, zugeschaut und Kontakte geknüpft. Viele der älteren Besucherinnen sind sehr interessante Gesprächspartnerinnen. So habe ich schnell einen Zugang zu der Arbeit der Familienhilfe gefunden", sagt Heike Dufeu, die als ausgebildete Trauerbegleiterin schon vielen Menschen in schwierigen Lebenssituationen begegnet ist, nun jedoch einen tieferen Einblick in die Alltagsprobleme von Seniorinnen bekommt.

Denn fast ausschließlich sind es Frauen, die nach dem Tod ihres Mannes das vielfältige Angebot der Familienhilfe wahrnehmen. Sehr häufig haben sie zuvor ihren Mann gepflegt und müssen nun, nach seinem Tod, ihr Leben neu gestalten. Sie leben in vielen Fällen sehr bescheiden. Denn von der Witwenrente allein können sie sich kaum etwas leisten. "Diese Generation ist aber häufig zu stolz, Hilfe anzunehmen, dazu zählt auch staatliche Unterstützung. Dabei spielt auch Scham eine große Rolle", erklärt Ute Gerhard-Falk, seit elf Jahren die gute Seele der Familienhilfe. Sie weiß, wie wichtig die geselligen Nachmittage für alleinstehende Senioren sind, wie sie sich auf jede Abwechslung freuen und wie durch die im Bürgertreff geknüpften Kontakte neue Freundschaften und Netzwerke entstehen, die auch außerhalb der Familienhilfe Bestand haben. "Ich freue mich sehr, mit Heike Dufeu eine engagierte neue Vorsitzende an meiner Seite zu haben, mit der ich Probleme und Ideen besprechen kann und die mich in meiner Arbeit unterstützt", sagt die Geschäftsführerin.

Die ruhige Art der neuen Vorsitzenden kommt gut an. Auch ihre Bereitschaft, außergewöhnliche Termine möglich zu machen. "In Ausnahmefällen springt mein Mann ein und betreut die Kinder", erklärt Heike Dufeu, die sich als Tagesmutter in Bockum um acht Schützlinge kümmert, von denen maximal fünf gleichzeitig da sind. "Die Kinder finden es toll, wenn mein Mann da ist. Er ist für mich eine große Stütze. Und natürlich kann er auch Windeln wechseln", sagt die Mutter eines erwachsenen Sohnes augenzwinkernd. Die Vorsitzende ist die erste Frau an der Spitze der Krefelder Familienhilfe, deren Gesicht sie nun ist und in deren Namen sie für Spenden wirbt. Dabei ist es wichtig, zahlreiche Kontakte zu Politik und Wirtschaft zu haben und den Austausch mit anderen Organisationen zu pflegen.

"Ich werde an vielen Veranstaltungen teilnehmen, mich, aber vor allem unsere Arbeit vorstellen und um Mithilfe bitten. Schließlich braucht die Familienhilfe nicht nur finanzielle Spenden. Auch Sachspenden sind immer willkommen. Zum Beispiel Schulmaterialien, die wir bedürftigen Familien zukommen lassen können. Denn auch das ist eine wichtige Aufgabe der Familienhilfe", sagt Heike Dufeu. Sie freut sich auf diese Herausforderungen.

Eine Mitgliedschaft in der Familienhilfe kostet jährlich 30 Euro, Eheleute zahlen 50 Euro. Kurse, die von Fachkräften geleitet werden, wie Gedächtnistraining, Sitzgymnastik oder PC-Kurse werden zusätzlich monatlich mit acht Euro berechnet.

Spenden: Sparkasse Krefeld, Konto-Nummer 328344, BLZ: 32050000, IBAN: DE62 3205 0000 0000 3283 44, BIC: SPKRDE33 Internet: www.krefelder-familienhilfe.de

Quelle: RP
 
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