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Krefeld
Das neue KWM: Kunst-Palast mit Historie und modernem Auftritt

Krefeld: Das neue KWM: Kunst-Palast mit Historie und modernem Auftritt
Das neue Foyer in der 1. Etage. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Nach sechs Jahren öffnet am 1. April das Kaiser-Wilhelm-Museum seine Türen. Für 17,7 Millionen Euro entstand ein gelungener Mix aus Palastarchitektur und zeitgemäßem Know how. Ein Vorab-Besuch. Von Petra Diederichs (Text) und Thomas Lammertz (Fotos)

Für Krefeld ist die Wiedereröffnung des sanierten Kaiser-Wilhelm Museums (KWM) ein historischer Tag. Vier Jahre lang wurde abgerissen, um- und neugebaut. Für mehr als sechs Jahre blieb das Haus geschlossen. 17,7 Millionen Euro ist der aktuelle Stand der Gesamtkosten. Die Erwartungen sind hoch. Und die Stadt stapelt nicht tief: Als großartigen "Thinktank" bezeichnet sie das Museum in der gestern erschienenen Chronik "Kaiser Wilhelm Museum. Identität und Wandel", als einen "Palast, in dem sich Architektur, Kunst, Geschichte, Konzepte und Ideen immer wieder neu begegnen". Am Freitag, 1. April, können Besucher das KWM pur genießen - ohne ausgestellte Kunst. Nur das Thorn-Prikker-Wandgemälde im Marmorsaal wird zu besichtigen sein. Der Beuys-Saal bleibt bis zur Eröffnung am 2. Juli verschlossen.

Im Entree, wo viel Weiß und große Lichtdecken gegen den Eindruck von Enge anstrahlen, ist es noch nicht ganz offensichtlich. Aber in den oberen Etagen zeigt sich, dass das Haus mit den großen Museumssanierungen der Gegenwart Schritt hält. Die Hochtechnik, die alle Räume auf konstanten 21 Grad und 50 bis 55 Prozent Luftfeuchte hält, ist unsichtbar verbaut, die Fußbodenheizung kann im Sommer auch kühlen. "Die Werte werden im Minutentakt protokolliert. Damit genügen wir höchsten Anforderungen", sagt Angela Naebers, Architektin beim Zentralen Gebäudemanagement der Stadt. Das bedeutet, dass auch empfindliche Leihgaben künftig in Krefeld präsentiert werden könnten. "Zuletzt hatten sich die Versicherungen quer gestellt." 1900 Quadratmeter Ausstellungsfläche hat das Haus, gut 100 mehr als zuvor. "Allerdings wurden früher drei Ausstellungsräume als Depot genutzt", berichtet Sylvia Martin, stellvertretende Direktorin der Kunstmuseen. Durch die abgehängte Decke im Entree ist ein zusätzlicher Raum in der ersten Etage entstanden, der einzige ohne große Fenster. Deshalb wird er für Videokunst genutzt..

Sylvia Martin im Raum mit der Säule von 1897. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Es ist die dritte große Änderung für das Haus, das 1897 als Denkmal für Kaiser Wilhelm I. und Museum in Bürgerinitiative gebaut wurde. Der Eingang hat dabei sein Gesicht immer entscheidend verändert. Zu Eröffnungszeiten betraten Besucher das Museum über die Außentreppe - und kamen in der 1. Etage an. In der Halle unten prunkte die Marmorstatue des Kaisers, das Treppenhaus war bis zum Oberlichtsaal offen und bot Himmelsblick. Das neue Treppenhaus ist vor allem dem Brandschutz geschuldet. 1912 wurden die Flügel des Museums angebaut - auf höherem Niveau: Das zeigt sich beim Rundgang an drei Treppenstufen. Die früher versetzt eingebauten Türen sind nun in einheitlicher Größe und in klarer Linie angeordnet, so dass sie eine Sichtachse bilden. Die beim Umbau in den 1960ern abgehängten Decken sind wieder frei. Jeder Raum hat eine eigene Struktur, die durch Lichtsysteme betont wird. "Früher hatte man so genannte Stil- und Epochenräume, vielleicht ist das der Grund für die Unterschiede", sagt Sylvia Martin, stellvertretende Museumsdirektorin. Auch historische Säulen und die Glasdecken im Obergeschoss, die unverwechselbaren Charme geben, sind restauriert. So verbindet sich die Architektur, die an Paläste der Renaissance angelehnt ist mit modernem Design und Technik.

Quelle: RP
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