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Krefeld
Das Schreckgespenst Insolvenz verliert in Krefeld an Macht

Krefeld. Der Rückgang an Insolvenzanträgen im ersten Halbjahr ist in der Seidenstadt deutlich höher als im Landesdurchschnitt. IT.NRW stellte gestern neue Zahlen vor. Von Norbert Stirken

Krefelder kommen besser mit ihrem Geld aus als der Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen. Im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Vorjahrs ist die Zahl derer, die bis zum 30. Juni dieses Jahres einen Antrag auf Eröffnung der Verbraucher-insolvenz gestellt haben, um 13,3 Prozent zurückgegangen. Für Nordrhein-Westfalen bilanziert das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) ein Minus von 7,8 Prozent. Darüber hinaus macht die Zahl der beantragten Privatinsolvenzen im Land mit 66 Prozent einen höheren Anteil an allen Insolvenzanträgen aus als in Krefeld. Die 98 Anträge in der Seidenstadt bedeuten entsprechen 62,4 Prozent.

30 Mal kam der Antrag in Krefeld von einer Unternehmensführung. Das sind 34,8 Prozent weniger als im Vergleichzeitraum. Eine Zunahme war bei den ehemals Selbstständigen zu verzeichnen. 25 statt 19 stellten ihren Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das ist ein Plus von 31,6 Prozent. Insgesamt stehen 158 statt 181 Anträge zu Buche - ein Rückgang um 12,7 Prozent. Für NRW beträgt der Rückgang im Mittel 3,1 Prozent. Der Trend in Krefeld ist also durchaus positiv.

An den Amtsgerichten in Nordrhein-Westfalen wurden im ersten Halbjahr 15.300 Anträge auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Wie IT.NRW gestern mitteilte, waren es im entsprechenden Vorjahreszeitraum 15.783 Fälle. Die Höhe der voraussichtlichen Forderungen war im Zeitraum von Januar bis Juni dieses Jahres mit 5,1 Milliarden Euro um 71 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2015 (damals: drei Milliarden Euro).

3427 Insolvenzverfahren in Nordrhein-Westfalen betrafen Unternehmen wie Gesellschaften, Firmen, Betriebe oder selbstständig tätige Personen; das waren 7,8 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Jahres 2015 (damals: 3 716 Fälle). Die voraussichtlichen Forderungen beliefen sich auf 4,1 Milliarden Euro und haben sich damit im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 (damals: zwei Milliarden Euro) mehr als verdoppelt. Zum Zeitpunkt der Antragstellung waren von den Unternehmensinsolvenzen 16.002 Beschäftigte betroffen; das waren 28,4 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum (damals: 22.352 Beschäftigte).

Im ersten Halbjahr 2016 beantragten neben den Unternehmen 11.873 weitere Schuldner die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Dabei handelte es sich in 10.021 Fällen um Verbraucherinsolvenzen (Arbeitnehmer, Rentner oder Arbeitslose); das waren vier Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (damals: 10.435 Fälle). Ehemals selbstständig Tätige meldeten 1436 Fälle (plus 18,7 Prozent) an. 416 Verfahren (Vorjahr: 422 Fälle) betrafen Nachlässe, Gesamtgut und natürliche Personen als Gesellschafter. In Krefeld waren es in der letzten Kategorie fünf Fälle.

Quelle: RP
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