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Krefeld
Das "Schwarze Pferd" eröffnet Sonntag

Krefeld: Das "Schwarze Pferd" eröffnet Sonntag
Goran und Ruzika Vokhul-Ivanovic mit den Verpächtern Marianne und Philip Lewis (von links) vor dem Lokal an der Moerser Straße. FOTO: Strücken
Krefeld. Ruzica und Goran Vokhul-Ivanovic wollen als Pächter das Traditionslokal an der Moerser Straße in eine gute Zukunft führen. Derzeit wird noch mit Hochdruck gearbeitet. Sanitär- und Gasträume sowie Kegelbahnen bekommen ein neues Gesicht. Von Norbert Stirken

Das Schwarze Pferd hat lange genug geruht. Ab Sonntag galoppiert es wieder. Die neuen Jockeys sind gefunden. Seit wenigen Tagen leben Ruzica und Goran Vokhul-Ivanovic in Krefeld. Die Gastronomen aus Leidenschaft übernehmen das Wirtshaus an der Moerser Straße und wollen dort die in den 1870-er Jahren beginnende, lange Tradition erfolgreich fortsetzen. Derzeit wird das Pferd gewissermaßen neu gesattelt, um für den mehrjährigen Ausritt gerüstet zu sein. Neue Sanitäreinrichtungen, ein überarbeiteter Gastraum, sanierte Kegelbahnen, frische Farbe und neue Deko sollen den Wohlfühlfaktor für die zukünftigen Gäste des Lokals steigern.

Fast 30 Jahre lang haben die Eigentümer Marianne und Philip Lewis das "Schwarze Pferd" selbst betrieben. Jetzt freuen sie sich, neue Pächter gefunden zu haben, die ihr Hobby nach eigener Aussage zum Beruf gemacht haben. "Wir sind Gastgeber und Köchin aus Leidenschaft", sagt das Ehepaar, das sich 1997 im Beruf kennen und lieben gelernt hat. Beide haben 1991 das damalige Jugoslawien verlassen, sammelten vielfältige Erfahrungen in der Branche. Zuletzt führten sie im münsterländischen Vreden das "Dalmacija Steakhouse Restaurant". Doch auch am Niederrhein kennen die beiden sich aus: Stationen in Straelen, Ratingen, Hilden, Langenfeld, Wesel und einige mehr stehen in ihrer Vita.

Im vorderen Teil vor der Theke bleibt der rustikal-gemütliche Schankraum erhalten, wie die Gäste in seit vielen Jahren kennen. FOTO: Strücken Lothar

Den Kontakt nach Krefeld habe unter anderem Jakob Bayen vermittelt, berichtet Marianne Lewis. Der bekannte Inhaber des Bier- und Mineralwasservertriebs habe bei den beiden die Neugier auf das Traditionslokal geweckt. Vor fast 150 Jahren betrieb die Familie Schneider dort einen Ausschank und eine Hausbrauerei im Nebenerwerbsbetrieb. Drei Webstühle sorgten für das Auskommen. Weil die Fuhrwerke mit Kohle aus dem Ruhrgebiet zur Befeuerung von Dampfmaschinen und zur Stahlproduktion über Moers den Weg an der Lokalität vorbei nahmen, war der Absatz des Selbstgebrauten gut. Ross und Reiter verspürten oft großen Durst. Vor allem ein Fuhrmann mit schwarzem Pferd hielt dort regelmäßig, was der Legende nach zur Namensbildung des heutigen Wirtshauses geführt hatte.

Eine andere Anekdote des Bürgervereins Kliedbruch berichtet aus den Zeiten, als die Straßenbahn dort entlang fuhr. Wenn die Gäste die letzte Bahn nicht verpassen wollten, stellten sie dem Schaffner ein Glas Bier auf die Schienen. Der hielt dann an und rief im Lokal die Fahrt der letzten Bahn aus. Solcher Geschichten gibt es viele: So verkehrten noch bis ins Jahr 1924 Kohlezüge mit Dampfloks auf der Strecke nach Traar, die Straßenbahnverbindung bestand bis 1963 und wurde dann durch eine Buslinie ersetzt. Das heutige Schwarze Pferd steht auf den Fundamenten des Ursprungshauses, das 1900 durch ein Feuer fast vollständig zerstört worden war.

Im und hinter dem Wintergarten entsteht derzeit noch ein neuer Gastraum für die Restaurantbesucher des Schwarzen Pferds. FOTO: Strücken Lothar

Die aktuelle Ära wird nun von den Wirtsleuten Vokhul-Ivanovic geschrieben. Am Sonntag um 14 Uhr eröffnet das renovierte Restaurant auf etwa 200 Quadratmetern und 330 Plätzen - davon 180 draußen -mit einem Buffet aus Gerichten vom Balkan.

Quelle: RP
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