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Krefeld
Das Theater in der Ära Huhnen

Krefeld: Das Theater in der Ära Huhnen
Fritz Huhnen auf einer undatierten Fotografie. FOTO: Theater
Krefeld. Fritz Huhnen war ein Krefelder Original - und ein viel geschätzter Künstler. Das Theater erinnert ab heute an seine Bühnenbilder. Wir stellen den Vergleich her von damals zu Inszenierungen der jüngsten Zeit. Von Lena Bender und Petra Diederichs

Er ist zählte schon zu Lebzeiten zu den populärsten Krefeldern. Auch nach seinem Tod ist Fritz Huhnen (1895-1981) nicht vergessen. Er hat ein Ehrengrab auf dem Stadtfriedhof, und eine nach ihm benannte Straße erinnert an einen geschätzten und beliebten Mann. Fritz Huhnen war, Bühnenbildner, freischaffender Künstler, kritischer Zeitgenosse, Satiriker - und immer durch und durch Krefelder. Ab heute würdigt eine Ausstellung im oberen Foyer des Stadttheaters Huhnens Wirken für die Bühne. Das Stadtarchiv stellt in Zusammenarbeit mit dem Theater einen Foto-Zyklus von Huhnens Bühnenbildern aus.

Fritz Huhnen prägte mit seinen Arbeiten für den Bühnenraum das Krefelder Theater über Jahrzehnte. Für "Faust I" und "Macbeth" gestaltete er das Bühnenbild mit seiner expressionistischen Art und schrieb mit seinem Malstil Kunstgeschichte.

Seine Ausbildung begann der Krefelder mit einer Architektenlehre, besuchte dann die Krefelder Kunstgewerbeschule und entschied sich dann fürs freie Künstlertum. Ab 1924 war er als Bühnenbildner am Krefelder Stadttheater sowie als Zeichner für mehrere Tageszeitungen tätig. Sein scharfer Blick und seine satirischen Darstellungen waren berühmt. Mit Witz und bissigem Humor kommentierte er das aktuelle Stadtgeschehen aus Krefeld. Mit seinem Buch "Gute, Böse, und Krefelder" setzte er schließlich seiner Heimatstadt ein literarisches Denkmal. Darin erzählt er mit ironischem Tonfall von Krefeld und seinen Einwohnern.

Und Huhnen genoss das Leben. 1935 war er der erste Krefelder Karnevalsprinz, seine Prinzessin war seine Schwester Lilo Langen. In der Bosi-Bar, der bombensicheren Kellerbar des Varieté "Seidenfaden" war er Stammgast. 1943 wurden beim großen Bombenangriff auf Krefeld viele seiner Werke zerstört. Doch diese Zäsur bremste seine Schaffenskraft nicht. Ab 1946 arbeitete er wieder fürs Theater für die Zeitungen und als freier Maler.

Für sein künstlerisches Werk erhielt Fritz Huhnen 1961 die Thorn-Prikker-Ehrenplakette der Stadt Krefeld.

Seine Bilder sind imposant und zeichnerisch klar. Seine Zeichnungen für die Ausstattung eines Stücks sind viel mehr als Skizzen, sie sind Kunstwerke, die Ideen transportieren. Wer heute vor den düster colorierten Zeichnungen zu "Faust" steht oder zu den heiter-farbigen Ausführungen zum "Barbier von Sevilla" meint, die Atmosphäre der Inszenierung zu spüren.

Einige seiner Bühnenbilder, Karikaturen und freie Malerei sind ab heute im Theater zu sehen sein. Olaf Richter, Leiter des Stadtarchivs, wird die Ausstellung heute um 18 Uhr eröffnen - vor der Premiere der zwei Operneinakter "Cavalleria rusticana / Gianni Schicchi". Die Bilder werden zu den Theatervorstellungen zugänglich sein sowie zu eigens eingerichteten Führungen. Der Eintritt ist frei. Eine Spendenbox für die Restaurierung eines Wandteppichs von Fritz Huhnen ist im Foyer aufgestellt.

Quelle: RP
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