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Krefeld
Das wichtigste beim Luftholen ist das richtige Ausatmen

Krefeld: Das wichtigste beim Luftholen ist das richtige Ausatmen
Mit den richtigen Übungen werden Atemtechnik, Lungenfunktion und Kondition trainiert. Für die Teilnehmer der Lungensportgruppe bedeutet das: mehr Lebensqualität in ihrem Alltag mit einer chronischen Lungenerkrankung. FOTO: Lammertz
Krefeld. Jeden zweiten Montag trifft sich die Lungensportgruppe in der Klinik Königshof. Von Anika Martin

Was tun, wenn die Luft wegbleibt? Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen wie Asthma, COPD und Lungenemphysemen kommen im Alltag nicht selten in beunruhigende Situationen, in denen sie um Atem ringen. Wer dann in Angst oder gar Panik gerät, verschlimmert die Sache. Um Betroffenen für solche Fälle Hilfestellungen geben zu können, bietet Dr. Rudolf Hoffmann, Leitender Oberarzt des Lungenzentrums am Helios Krankenhaus, seit März regelmäßig eine Lungensportgruppe an. Zwei Physiotherapeuten führen im Zwei-Wochen-Takt durch die Übungsstunde, die in der Klinik Königshof stattfindet.

Das A und O bei den Übungen ist die Lippenbremse. "Man atmet durch die Nase ein und lässt mit locker aufeinanderliegenden Lippen die Luft wieder ausströmen." Denn nicht das Einatmen ist das Problem, erklären die Fachleute. "Die meisten Patienten haben Probleme, auszuatmen, und dann sammelt sich viel alte Luft in den Lungen. Nur wer viel ausatmet, kann auch wieder viel frische Luft einatmen", sagt Physiotherapeutin Kerstin Fischer.

Die Stunden beginnen für die Teilnehmer meist mit solchen atemtheoretischen Übungen, bevor der sportliche Teil startet. "Wir machen Konditionsübungen, trainieren den Brustkorb und die Atemmuskulatur", berichtet Fischer. Dabei berücksichtigt die Trainerin die individuelle Fitness eines jeden Teilnehmers.

Im Hintergrund ist immer Initiator Rudolf Hoffmann dabei, um fachliche Infos zu liefern. "Was aber genauso wichtig ist, ist der soziale Kontakt zwischen den Teilnehmern. Sie haben in der Gruppe die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen mit einander auszutauschen", sagt Hoffmann. Er ist stolz, dass sich seit dem Beginn im März eine feste Gruppe zum Lungensport zusammengefunden hat.

Denn die Anfänge waren nicht einfach: Es mussten ein Raum, ein Termin und Personal gefunden werden - alles ohne Finanz-Sponsoren. Und dann war die Teilnehmerzahl beim ersten Termin gleich Null. Mittlerweile kommt ein fester Kern von zwischen zehn und 15 Teilnehmer regelmäßig zu jeder Übungsstunde. "Der Kursus ist kostenlos und die Teilnehmerzahl unbegrenzt. Wir freuen uns über jeden, der noch mitmachen möchte", sagt Hoffmann.

Einer, der von Anfang an mitmacht, ist Wolfgang Schoor. Seit der Entdeckung eines Tumors in seinem linken Lungenunterlappen vor elf Jahren hat er mit seiner Diagnose und den Folgen der Behandlung zu kämpfen. Die Übungen tun dem 68-Jährigen gut. "Durch die Krankheit habe ich immer mehr an Kraft verloren. Wenn ich den Weg nach unten durch das regelmäßige Training stoppen kann, habe ich schon mal viel erreicht", sagt Schoor. Seinen Optimismus merkt man der ganzen Gruppe an, die voller Tatendrang in die nächste Übungsstunde startet.

Quelle: RP
 
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