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Krefeld
"De Räuber" feiern Jubiläum in Krefeld

Krefeld. Die Karnevals-Session hat noch nicht begonnen, aber wer sein 25-jähriges Jubiläum mit allen Fans feiern will, auch mit denen außerhalb Kölns, der muss seine Jubel-Tour halt schon vor dem 11.11. beginnen. Also gaben sich "de Räuber" am Donnerstag in der Kufa die Ehre, und es war zwar nur der kleine Saal, aber in dem war schwer was los. Von Mojo Mendiola

Querbeet vom ersten Album "Wenn et Trömmelche jeit" von 1993 bis zum aktuellen "Dat es Heimat" reichte das Repertoire des Abends und bot die richtige Mischung für ein Publikum, das mitsingen und schunkeln wollte, ohne sich Exzessen in Sachen Alkohol oder Geschmacklosigkeit hinzugeben. Band-Gründer Karl-Heinz Brand sagte nämlich nicht nur Stimmungslieder wie "Am Eigelstein es Musik", "Kölsche Junge bütze joot" und das vorgeblich auf Arabisch verfasste "Ulalala - Da wa ja ma Ha da" an. Er nahm auch Bezug auf die Kölner Silvesternacht 2015, ließ den Titel "Kucke darfste immer, ävver ahnpacke nit!" vom Stapel und machte seine Verbeugung vor dem musikalischen Friedenspropheten John Lennon. Und wen kümmerte schon die zum tausendsten Mal falsche Übersetzung der Zeile "Let It Be" in "Du bes nit vun Kölle", wenn im Refrain ausführlich "Give Peace A Chance" zitiert wurde? Natürlich durften auch Liebeslieder an die Heimatstadt wie "Mi Kölle" und "He am Rhing - Halleluja" nicht fehlen, und der Cajun-Klassiker "Jambalaya" von Hank Williams aus dem Jahr 1952 tauchte als "Up dem Maat" wieder auf, während Hannes Waders und Gary Bolstads "Heute hier, morgen dort" als "Dat schwatze Schof" fröhliche Urständ feierte.

Neben Karl-Heinz Brand, der glücklich ist, dass seine Ehe das letzte Vierteljahrhundert unbeschadet überstanden hat, war nur Tastenspieler Kurt Feller von Anfang an dabei und verbreitete vor allem auf dem Akkordeon jene unverdächtige Kneipengemütlichkeit, die ansonsten längst gewissen ausgesprochen unsozialen Medien zum Opfer gefallen ist. Die übrigen vier Bandmitglieder, nämlich Lead-Sänger und Bass-Mann Torben Klein, die Gitarristen und Sänger Jürgen Gebhart und Andreas Dorn sowie Drummer Wolfgang Bachem wurden nach und nach eingewechselt, die letzten 2015. Trotzdem bot die Band, die auch schon zweimal zu Gast bei deutschen Festivals in den USA gewesen ist, ein geschlossenes Bild und verbreitete beste Laune ohne primitiven Klamauk.

Quelle: RP
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