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Krefeld
Deal vor Gericht: Geständnis gegen Bewährungsstrafe

Krefeld. In einem seit August andauernden Revisionsverfahren um betrügerisches Eintreiben von nicht existenten Forderungen zeichnete sich gestern ein mögliches Ende ab. Am 18. Verhandlungstag kam seitens der Staatsanwaltschaft ein "Vorschlag zur Verständigung". Das Angebot: Man könne sich eine Beendigung des Verfahrens mit einer Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren und der Zahlung einer Geldstrafe zwischen 24 000 und 30 000 Euro vorstellen. Im Gegenzug wird ein umfassendes Geständnis erwartet. Der 30-Jährige steht im Verdacht, über Jahre hinweg in Zusammenarbeit mit Callcentern Inkassounternehmen mit dem Eintreiben von Geldern beauftragt zu haben, obwohl keinerlei Forderungen existierten.

Das Landgericht hatte den Angeklagten wegen versuchten Betrugs für schuldig befunden und im Juni 2014 zu vier Jahren Haft verurteilt. Nach Feststellungen des Gerichts sollte der Krefelder Unternehmer bei insgesamt 22 000 Geschädigten weit über zwei Millionen Euro zu Unrecht kassiert haben. Zehn Tage hatte die Verhandlung vor dem Landgericht gedauert, bis das Urteil fiel. Im laufenden Revisionsverfahren sind es bisher sogar 18 Verhandlungstage. Grund für die Wiederaufnahme war unter anderem die Bestätigung des BGH, dass mehr Zeugen gehört werden müssen.

Das Landgericht muss nicht nur prüfen, ob es die Forderungen tatsächlich gab, wie der Angeklagte behauptet hatte. Sondern auch, warum die Bürger zahlten. Der Verteidiger hat noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Die Beteiligten können darüber nun lange nachdenken. Die Verhandlung wird erst am 29. Juni fortgesetzt.

(BL)
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