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Krefeld
Denkmalschutz gefährdet Rettung

Krefeld: Denkmalschutz gefährdet Rettung
Die Natur erobert sich bereits das Gebäude zurück. In den vergangenen Jahren verkam die Substanz immer mehr. FOTO: Lammertz
Krefeld. Für den Stadtumbau West ist das Gebäude an der Tannenstraße erklärtermaßen ein Leuchtturmprojekt. Wird es gelingen, für den Komplex eine neue Nutzung wirtschaftlich vertretbar zu finden, oder verhindert ein eng ausgelegter Denkmalschutz jegliche Veränderung? Von Heribert Brinkmann

Darum soll es heute im Denkmalschutzausschuss gehen. Für die heutige Sitzung hat Wilfried Bovenkern (SPD) den Antrag eingebracht, zu klären, ob die Denkmalwürdigkeit des Gebäudes aufgrund der baulichen Substanz erhalten werden kann.

Dach ist marode

Für Bovenkern ist der Komplex ein "wahres Schmuckstück". Er möchte die alte Samtweberei "posititv anschieben", damit "etwas passiert". Denn seitdem Ende 2007 die städtischen Mitarbeiter auszogen, steht das Gebäude leer und verfällt zusehens. Bovenkern hat das Gebäude bis unters Dach begangen. Das Dach ist marode, es regnet rein, im Gebälk sitze Schwamm, die Wände seien vom Schimmel befallen: "Das ist kein Zustand." Es müsse dringend etwas getan werden. Die Untere Denkmalbehörde und die Wohnstätte GmbH sollten heute im Ausschuss Farbe bekennen, welche Teile des großen Areals über 6700 Quadratmetern geschützt sind und erhalten bleiben sollen, welche verzichtbar wären.

Die Backstein-Fassade ist für Bovenkerk tabu. doch die Fenster "mit dem Chic der 70er Jahre" müssten ersetzt werden. Über den Innenbereich müsse man wegen einer neuen Nutzung reden können. Er selber plädiert für eine Sanierung und Neugestaltung. Der eindrucksvolle Komplex der ehemaligen Samtweberei Scheibler & Peltzer im Block Tannen- und Lewerentzstraße, in den Jahren 1880 und 1890 erbaut, gehört der Stadt und steht seit 2007 leer. Damals zog die Schulverwaltung in das Behnisch-Haus um. Im Juni hat der Planungsausschuss beschlossen, ein Nutzungskonzept für die alte Samtweberei im Bahnbezirk auszuschreiben. Angedacht sind dort Wohnungen, Werkstätten, aber auch Ateliers für Künstler sowie ein Büro für Stadtteilarbeit und ein Café. Die Wohnstätte GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Stadt, will das Gebäude ankaufen, wenn Ende des Jahres ein wirtschaftlich tragfähiges Nutzungskonzept vorliegt. Für Denkmalschützer Gerhard Hanisch stehen die 1880 und 1890 gebauten Backsteinbauten als Ganzes unter Denkmalschutz.

Quelle: RP
 
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