| 00.00 Uhr

Krefeld
Der kleine Rechenschieber - ein Krefelder Märchen

Krefeld. Der Krefelder Christian Peitz hat ein Märchen über einen kleinen Rechenkünstler geschrieben - mit wundervollen Illustrationen. Von Sebastian Peters

Krefeld kennt ihn als den Keyboarder der Band Fog Joggers: In Christian Peitz (29) schlummern aber noch viele andere Talente. Soeben ist er von einer Hilfstour nach Tadschikistan zurückgekehrt, hat obendrein mit seiner Freundin eine Agentur gegründet, die sich um das Thema "Mensch" kümmert und unter anderem an der neuen Schluff-Kampagne bastelt. Und dann ist da noch dieses Märchen "Der kleine Rechenschieber", das Christian Peitz geschrieben hat. Eineinhalb Jahre ist das jetzt her, Peitz schrieb es für seinen Neffen Maxi (5), dem er davon erzählen wollte, wie wichtig es ist, ein Kind zu bleiben, obwohl manche einen drängen, endlich groß und erwachsen zu werden. Jetzt will Peitz es mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne als Buch veröffentlichen.

Christian Peitz wurde in Willich geboren, besuchte die Südschule in Fischeln, die Freiherr-vom-Stein-Schule, dann die Kaufmannschule. Parallel zu seinem BWL-Studium in Düsseldorf begann er, Märchen zu schreiben.

Peitz ist ein Fan von Fantasiegeschichten, was in dem Beruf, den er ausübt, eine Seltenheit ist. Mit den Fog Joggers bereist der Musiker die Bühnen der Republik. Wer ihn sieht, Wuschelkopf, Schnurrbart, der will kaum glauben, dass Märchen seine Leidenschaft sind. Christian Peitz mag Märchen am liebsten klassisch - Rumpelstilzchen, Hänsel und Gretel, Der Däumling. "Die neuen Märchen sind nicht mein Ding, da steckt zu viel Pädagogik dahinter." In seiner Erzählung geht es grausam zu, wie eben die klassischen Kindermärchen auch sind.

Erzählt wird die Geschichte eines kleinen Rechenkünstlers, der tagein tagaus auf dem Marktplatz sitzt und Mathematik-Aufgaben löst, dem immer wieder eine Person erscheint, die ihn vom Rechnen abhalten will. "Das ist so eine Art Teufel", sagt Peitz. Die Rechenmotivation beim Jungen steigert sich so sehr, dass er eines Tages die Kindlichkeit verliert.

Peitz sagt, er habe mit dem Buch den frühen Leistungsdruck thematisieren wollen, dem heute auch schon Kinder ausgesetzt sind. "Ich kenne Kinder, die sind in x Vereinen, die haben keinen freien Nachmittag mehr. Früherziehung, Vereine, Schule - Konkurrenz überall. Es gibt so viele Kinder, die schon so früh erwachsen werden müssen."

Peitz wünscht sich, dass Kinder wieder länger Kinder sind. Sein kleiner Neffe Maxi wohnt nebenan, und ist laut Christian Peitz nicht eines dieser gefährdeten Stress-Kinder. Vorgelesen habe er Maxi aus dem Buch noch nicht. "Ich habe mich noch nicht getraut, momentan beschäftigt er sich viel mit Walen und wilden Tieren. Einige Bekannte sagten mir, dass das Buch für ein Kind doch harter Stoff ist, aber es ist eben ein klassisches Märchen, in dem es auch grausam zugeht."

Peitz verweist außerdem auf die zwei Erzählstränge der Geschichte. Da ist einmal der kleine Rechenkünstler, und da ist da auf einer Metaebene ein Junge, dem diese Geschichte erzählt wird. Er lernt aus dem, was dem Jungen in der Geschichte widerfährt.

Spektakulär sind die Illustrationen zu den Bildern, die die Malerin Beate Arens gefertigt hat. Sie lebt heute in Berlin, hat schon Kampagnen für die amerikanische Bekleidungskette Abercrombie & Fitch gestaltet, kommt ursprünglich aus Duisburg. Über den Layouter seines Buches, Marc Bläsius, knüpfte Christian Peitz Kontakt zu Arens. Die malte dann unerwartet Bilder zum Märchen auf eine großformatige Leinwand. Diese Bilder sendete sie ihm als Fotos. "Ich bin umgefallen, als ich die tollen Bilder sah", sagt Peitz, der sein Buch unter dem Pseudonym "Panisch zitiert" veröffentlicht. Er will es im Crowdfunding-Modell veröffentlicht. Das Modell funktioniert so, dass Interessierte bis Mitte Dezember das Märchenbuch und auf Wunsch auch diverse Zusatzartikel rund um das Märchen (z. B. Poster) bestellen können. Wenn die angestrebte Summe von 6000 Euro zusammengekommen ist, wird das Buch Ende Januar 2016 gedruckt. 40 Euro kostet es als Weihnachtsgeschenk. Beim späteren Verkauf strebt Christian Peitz an, einen Teil der Einnahmen der Hilfsorganisation Viva-Von-Agua zur Verfügung zu stellen, die Trinkwasser- und Hygieneprojekte weltweit betreut.

"Der kleine Rechenschieber" wird die erste Veröffentlichung sein, eine zweite Geschichte ist schon geschrieben. Sie heißt "Die dreisten Brüder". Und wer den Titel hört, der ahnt schon, dass es wieder mal wenig pädagogisch zugehen wird.

Crowdfunding und Vorbestellung: "https://www.startnext.com/derkleinerechenschieber" Weitere Informationen zum Märchen: "http://www.derrechenschieber.de/" Autorenprofil/ Pseudonym "Panisch Zitiert" , "http://www.facebook.de/panischzitiert

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Der kleine Rechenschieber - ein Krefelder Märchen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.