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Krefeld
Der Mann für kreative Lösungen im Rathaus geht jetzt in Pension

Krefeld: Der Mann für kreative Lösungen im Rathaus geht jetzt in Pension
Oberbürgermeister Frank Meyer verabschiedete gestern im Rathaus den scheidenden Fachbereichsleiter Detlef Flick (rechts, mit seiner niederländischen Ehefrau Francien) in den Ruhestand. Flick war seit 2008 Leiter des Fachbereichs für Freizeit, Sport und Bäder der Stadt Krefeld. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Detlef Flick, der Leiter des Fachbereiches für Freizeit, Sport und Bäder, ist gestern in einer Feierstunde im Rathaus verabschiedet worden. OB Frank Meyer lobte seine vorbildliche Amtsführung. Von Oliver Schaulandt

Als Detlef Flick im Sommer 2008 die Nachfolge von Dieter Simons als Leiter des Fachbereiches für Freizeit, Sport und Bäder antrat, da betonte er in seinem ersten Interview mit unserer Zeitung, dass seine anfangs dringlichste Aufgabe die sei, für eine zeitnahe Reparatur der Werner-Rittberger-Halle zu sorgen. Jetzt geht er in Rente, und inzwischen muss eben jene Rittberger-Halle nicht mehr nur repariert, sondern sogar abgerissen werden. Doch anders als bei seinem Amtsantritt ist diesmal nicht eine gewaltiger Hagelschaden die Ursache, sondern der berühmte Zahn der Zeit.

Detlef Flick wusste stets darum, dass in Krefeld etliche Sportstätten dringend saniert werden müssen, doch angesichts des Dauerzustandes der Krefelder Finanznot und all seinen Zwängen musste der Deutsch-Amerikaner in seiner Tätigkeit vor allem mit einem auskommen: den Mangel zu verwalten. Das klingt böser, als es gemeint ist, denn schließlich kann man einem nackten Mann ja nicht in die Taschen greifen. Aber: Es gehörte schon eine ganze Menge an Erfindungsreichtum und Flexibilität dazu, den Vereinen als Nutzer der Sportstätten gerecht zu werden. "Kreative Lösungen finden", hat Flick es immer genannt, wenn mal wieder ein größerer Schaden an Sportstätten aufgetreten, für dessen Reparatur aber eigentlich kein Geld mehr im städtischen Haushalt zu finden war. "Wer etwas will, der findet auch Wege dazu", sagte der künftige Pensionär stets.

"Detlef Flick hat den Krefelder Sport durch schwierige Zeiten geführt, mit durch den Nothaushalt stark eingeschränkten Möglichkeiten. Trotzdem ist Einiges in dieser Zeit passiert, und das nur deshalb, weil er immer für den Sport in die Bresche gesprungen ist", lobte gestern OB Frank Meyer bei der offiziellen Verabschiedung im Rathaus. Detlef Flick, der 1977 im Rathaus zunächst im Sozialamt begonnen hatte, später Referent für Bürgeranfragen und stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes war, sei stets ein glaubwürdiger Ansprechpartner für die Vereinsvertreter gewesen, führte Meyer weiter aus.

Dabei ist auch seine Lebensgeschichte interessant. 1953 in New York geboren, siedelten seine Eltern drei Jahre später nach Bockum um. Im WM-Jahr 1974, lernte er seine niederländische Frau, eine Ruderin, kennen, mit der er drei Töchter hat, die inzwischen ebenfalls schon Kinder haben. In Sachen Sport war er selbst aktiver Leichtathlet bei Preussen Krefeld, spielte später Fußball beim Bockumer SV (inzwischen TSV Bockum) und wechselte danach zum Marathon-Laufen über. "Die auf dem Sportplatz geknüpften Kontakte haben ihn ein Stück weit geprägt. Der faire Umgang mit dem Gegner, das ist etwas, was man ihm auch beruflich attestieren kann", sagte Meyer.

Den Vereinen und dem Krefelder Sport will Detlef Flick auch in Zukunft treu bleiben. Im Stadtsportbund gehört er dem erweiterten Vorstand an, und auch bei den Spielen des KFC Uerdingen dürfte er weiterhin regelmäßig zu Gast sein - auch wenn in Sachen Fußball sein Herz ja eigentlich für den 1. FC Köln schlägt. Einen Fehler hat halt jeder.

Jetzt geht es also in Ruhestand, mit einem lachenden und weinenden Auge, wie er sagt: Als ich meinen Dienstausweis und den Büroschlüssel abgegeben habe, musste ich schon schlucken. Das war eben so etwas Endgültiges. Aber inzwischen geht es", erzählte Flick gestern. Und eines gab er seinen Nachfolgern noch mit auf den Weg: "Wir müssen in den Sport und in die Sportstätten investieren. Und ganz wichtig dabei ist, dass wir nicht nur die Vereine sehen, sondern die Menschen, die ihre Clubs mit Leben füllen. Auf sie wird es ankommen", sagte er zum Abschluss seines Vortrags.

Quelle: RP
 
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