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Krefeld
Der neue Mann in der Ballettdirektion

Krefeld: Der neue Mann in der Ballettdirektion
Manuel Gross als Tänzer auf der Bühne. Seit Beginn der Spielzeit arbeitet er als Assistent der Ballettdirektion am Gemeinschaftstheater. FOTO: Stephan Walzl
Krefeld. Er fühlt sich wohl, findet die Menschen nett und die Stadt schön grün. Manuel Gross hat als Tänzer ausschließlich an ostdeutschen Theatern gewirkt. Jetzt ist er Assistent der Ballettdirektion am Theater. Von Inge Schnettler

Weil er so unerträglich hyperaktiv war, wollten die Eltern, dass der Sohn beim Sport seine überschüssige Energie abbaut. Sie brachten ihn zu einer Judo-Schule. Dort lehnte man ihn ab, weil er mit vier Jahren zu jung und zu klein für den Sport war. Aber dann kam ein Tipp vom Judo-Trainer, der das Leben von Manuel Gross entscheidend bestimmen sollte. "Nebenan ist Ballett, stecken Sie ihn da doch rein", so lautete der Rat. Im Ballett wurde er genommen. Und machte schnell Fortschritte. "Als ich acht Jahre alt war, empfahl mein Trainer meinen Eltern, mich nach Stuttgart zu bringen", sagt Manuel Gross. "Mir wurde ein gewisses Talent zugesprochen." Ein Jahr später fing er an der John-Cranko-Ballettakademie an. 2002 schloss er seine Tanzausbildung unter dem renommierten russischen Pädagogen Petr Antonovich Pestov mit Diplom ab.

Nach diversen Engagements beendete Manuel Gross 2010 seine aktive tänzerische Laufbahn und wandte sich anderen Aufgaben in verschiedenen Theatern zu. Und seit Beginn der laufenden Spielzeit hält er als Assistent der Ballettdirektion Robert North und Sheri Cook den Rücken frei. Das macht er mit großer Begeisterung "Ich hatte mit Robert North schon vorher zwei Begegnungen", sagt Gross. Und den Ballett-Virtuosen in sehr guter Erinnerung - "ein großzügiger und warmherziger Mensch". In seinem ersten Akademie-Jahr hatte er unter North in "Light Fandango", später in "Romeo und Julia" getanzt.

So verlief seine Karriere als Tänzer: Nach dem Ende seiner Ausbildung erhielt er ein Engagement im Ballettensemble des Theaters Chemnitz, wo er unter Torsten Händler 2005 zum Solisten ernannt wurde. Nachdem die Ballettkompanie im Zuge eines Intendantenwechsels komplett aufgelöst und neu besetzt wurde, tanzte er ein Jahr freiberuflich an verschiedenen Theatern, unter anderem in Görlitz, Magdeburg, dem Leipziger Ballett und der Musikalischen Komödie in Leipzig. Ab der Spielzeit 2006 war er bis 2010 Mitglied im Thüringen-Ballett in Gera. "Ich habe sehr früh mit dem Tanzen begonnen und habe schon mit 27 Jahren aufgehört", sagt Gross. Eine Verletzung zwang ihn zum Pausieren - und zum Nachdenken. "Ich habe den jungen, hochambitionierten Tänzern Platz gemacht."

Als er in der Jobbörse des Deutschen Bühnenvereins die Stellenausschreibung vom Gemeinschaftstheater las, bewarb er sich, wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen - und genommen. "Ich habe ein Riesenglück gehabt, hier zu landen", sagt Manuel Gross. Er und seine Frau haben eine schöne Wohnung gefunden, er findet die neue Heimat "schön grün", die Atmosphäre im Theater sehr freundlich und familiär und die Menschen in der Stadt sehr nett. "Sie machen es einem sehr leicht, sich hier wohlzufühlen." Der Niederrhein sei eine sehr angenehme Ecke, sagt der Mann, der 1982 in Tübingen geboren wurde und bisher ausschließlich an ostdeutschen Theatern wirkte. "Ich bin zum ersten Mal ganz im Westen."

Und angekommen. "Meine Frau und ich haben uns schon die schönen Schlösser angesehen, und lecker gegessen." Restaurant-Empfehlungen bekommen sie von Robert North und Sheri Cook.

Einmal war Manuel Gross auch schon im Fußballstadion. Das Pokalspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Stuttgart hat er sich angesehen. Gladbach gewann das Spiel - für den Stuttgart-Fan ein herber Schlag. Einen Tanzkursus will er mit seiner Frau machen. "Das wollte ich immer schon", sagt er, "jetzt könnten wir das endlich in Angriff nehmen."

Quelle: RP
 
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