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Krefeld
Der neue Oberbürgermeister will Flüchtlingskoordinator

Krefeld: Der neue Oberbürgermeister will Flüchtlingskoordinator
Die erste Pressekonferenz: Krefelds neuer Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) mit seinem neuen Büroleiter Dirk Plassmann (l.) und dem alten und neuen Stadtsprecher Timo Bauermeister - diese Personalie ist nicht selbstverständlich, weil Bauermeister unter Meyers Vorgänger Kathstede die Stimme der Stadt war. Meyer vertraut ihm. FOTO: Thomas lammertz
Krefeld. Frank Meyer berichtet über seine ersten Tage im Amt und steckt erste Ziele ab. Er ist seit Mittwoch Oberbürgermeister. Von Jens Voss

Konzentriert, ruhig, sortiert - so wirkte Krefelds neuer Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) bei seiner ersten Pressekonferenz in neuer Funktion: Er sei gut im Amt angekommen, sagte er gestern und dankte als erstes seinem Vorgänger Gregor Kathstede: Er habe sich bei der Amtsübergabe menschlich und fachlich vorbildlich verhalten. "Das rechne ich ihm hoch an", sagte Meyer, das habe es ihm leicht gemacht, im Amt anzukommen.

Bei den ersten Personalentscheidungen zeichnet sich ab, dass Meyer nur behutsam eigene Leute in seiner Umgebung installiert: So wurde, wie berichtet, der alte Fraktionsgeschäftsführer Dirk Plassmann neuer Büroleiter - ein Schritt, den Meyer mit der außerordentlichen Vertrauensstellung dieses Amtes begründete. Das sei auch üblich.

Nicht selbstverständlich ist die Entscheidung, Stadtsprecher Timo Bauermeister im Amt zu belassen - er habe Vertrauen zu ihm, betonte Meyer. Bauermeisters Amtsführung mag ihm diesen Schritt leichtgemacht haben: Bauermeister hat sich betont als neutrale Stimme und Erklärer der Stadt verstanden.

Meyer kündigte einen neuen Führungsstil an: Er trete nicht mit einer "Hoppla; jetzt komm ich"-Mentalität an; er wolle "zuhören, nachdenken, handeln" - und dann entschlossen bei seinen Entscheidungen bleiben. Er zeigte sich überzeugt, offen mit dem Verwaltungsvorstand zusammenzuarbeiten. Er kündigte eine Mitarbeitervollversammlung an, um sich vorzustellen, und will eine "Kultur der Ansprechbarkeit" pflegen, etwa durch Bezirksbesuche bei Bürgervereinen und Bezirksvorstehern. Folgende Projekte will Meyer zügig angehen. Flüchtlingskoordinator Meyer hat Stadtdirektorin Beate Zielke gebeten, einen Vorschlag zu erarbeiten, wie ein Flüchtlingskoordinator bürgerschaftliches Engagement und Verwaltung effizienter verzahnen kann. Meyer will auch darüber nachdenken, ob Container langfristig eine bessere Lösung sind als die Belegung von Turnhallen mit Flüchtlingen. Seidenweberhaus Meyer will in der Frage, ob das Seidenweberhaus saniert oder abgerissen wird, bürgerschaftliche Beteiligung. Gemeint sind Instrumente wie Bürgerversammlungen oder Online-Befragungen. Voraussetzung, so betonte Meyer, sei eine solide Information der Bürger über die Optionen. Museum Burg Linn Meyer will die Ausschreibung der Stelle eines Leiters als Nachfolger für Christoph Reichmann ausarbeiten lassen. Er will die Stelle vollwertig neu besetzen; eine gemeinsame Leiterstelle für Museum Burg Linn und Textilmuseum lehnt er ab.

Ausländeramt Er will organisatorische Dinge verändern, aber nicht über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg, denn dort gebe es "viele sehr engagierte, kenntnisreiche Mitarbeiter"; klar sei aber, dass sich etwas ändern müsse.

Haushalt Meyer kündigte an, sich stärker, als dies seiner Meinung nach Gregor Kathstede getan hat, in die Haushaltsberatungen einzubringen. Dazu gehören für ihn Gespräche mit Kämmerer Ulrich Cyprian, zu dem er "vollstes Vertrauen" habe, aber auch intensives Einlesen in die Unterlagen: "Ich lese gerne, und nicht nur Belletristik," sagte er - Meyer hat den Ruf, fleißiger Aktenleser zu sein. Auf die Mühe des Aktenstudiums angesprochen, antwortete Meyer: "Ich wollte hier nicht Urlaub machen." Oberstes Ziel müsse es sein, "dass wir nicht wieder in eine Nothaushaltsituation zurückfallen".

Uerdinger Bücherei Meyer hat Planungsdezernent Linne gebeten zu prüfen, ob die Initiative, die sich für die Wiedereröffnung der Bücherei einsetzt, bei schlechtem Wetter nicht in die Bücherei ausweichen kann; zudem will er erlauben, dass sie ihre Aushänge für Veranstaltungen auch in städtischen Gebäuden platzieren darf.

Rheinblick Meyer hat das Gespräch mit Chempark-Chef Grigat gesucht, um mit ihm über Bedenken gegen die "Rheinblick"-Wohnbebauung zu sprechen. Meyers Ziel ist es aber hinzubekommen, Existenz und Entwicklung des Industrieparks ebenso zu sichern wie die Realisierung des Wohnbauprojekts.

Quelle: RP
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