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Krefeld
"Der Rosenkavalier ist wie ein Marathon"

Krefeld. Bettina Landmann spielt seit 35 Jahren die Soloflöte bei den Niederrheinischen Sinfonikern.

Kondition, Kraft, Atmung und Beweglichkeit trainieren - was wie der straffe Tagesablauf eines Sportlers klingt, ist für Flötistin Bettina Landmann seit Jahrzehnten Pflichtprogramm, um fit für die Musik zu bleiben. Wenn sie davon erzählt, ist kein Unmut zu spüren. Sie weiß, wofür sie es tut, und das gibt ihr jeden Tag Energie. "52 Jahre Flöte, und es macht mir noch immer höllisch Spaß", sagt die Musikerin, die als Neunjährige mit dem Flötenunterricht begann. "Je älter man wird, desto länger muss man trainieren." Tatsächlich fallen im Gespräch mit der Musikerin immer wieder Begriffe aus dem Sport. "Den 'Rosenkavalier' spielen ist so, als würde man auf die alten Tage nochmal Marathon laufen", sagt sie verschmitzt.

Als sich Bettina Landmann Ende der 1960er Jahre für eine Laufbahn als Orchestermusikerin entschied, war das ein ungewöhnlicher Wunsch. Der Anteil von Frauen in den deutschen Orchestern war damals gering. Vieles hat sich seitdem zum Positiven verändert. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, dass Musikerinnen und ihre männlichen Kollegen gleichberechtigt auf Augenhöhe agieren.

Ein Leben ohne ihr Instrument, die Querflöte, kann sich Bettina Landmann nicht mehr vorstellen. Seit 1980 gehört sie als Soloflötistin den Niederrheinischen Sinfonikern an, eine Zeitspanne, in der sie viele Phasen des Gemeinschaftstheaters hautnah miterlebt hat - Mihkel Kütson ist der sechste Generalmusikdirektor, mit dem sie arbeitet. "Kiko wurde bei uns zu Hause auf dem Küchentisch geboren", erzählt sie lachend. Die Kinderkonzerte mit Paula Emmrich als Kiko und Dirigent Andreas Fellner sind so beliebt, dass das Theater sie sonntags gleich doppelt spielt. Überhaupt engagiert sich Landmann leidenschaftlich im Bereich Musikpädagogik.

Aber es gibt auch unangenehme Seiten ihres Berufs, etwa den speziell in Mönchengladbach sehr engen Orchestergraben. "Das muss man aushalten können", sagt Landmann nachdenklich. Doch wenn sie über ihr Instrument und das Orchester spricht, blitzen ihre Augen vor Begeisterung. Auch nach 40 Jahren ist sie davon überzeugt: "Es ist der schönste Beruf der Welt".

Quelle: RP
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