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Krefeld
Der singende Boxweltmeister-Macher

Krefeld: Der singende Boxweltmeister-Macher
Manfred "Manni" Faber mit seiner Fender-Gitarre auf der Harley vor seinem Box-Gym-Studio an der Tannenstraße: Der Boxtrainer hat nun seine erste eigene CD herausgebracht und wird am kommenden Samstag beim Meine Fresse-Club auftreten. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Boxtrainer Manni Faber hat Magdalena Dalecki und Derya Saki im South Side Boxing Gym an der Tannenstraße zu Weltmeisterinnen gemacht. Jetzt hat er eine Musik-CD herausgegeben - mit eigenen Songs und Gitarrensound. Von Oliver Schaulandt

Abgestandener Männerschweiß liegt in der Luft. Das Licht ist dreckig. Die Holzdecke niedrig. Auf der Fensterbank: Stoppuhren, Springseile, Gewichte, Boxhandschuhe. An den Wänden hängen Fotos: Muhammad Ali, Mike Tyson, die Klitschkos. Über dem Linoleumboden baumeln Boxsäcke. Baumstamm-dick. In der Mitte ist der Ring. Umspannt von drei Seilen. Oben blau, Mitte weiß, unten rot. Durch den Raum dröhnt Musik aus Rocky III: Eye Of The Tiger, vor dem Trainingsraum steht eine schwarze Harley Davidson. Hier trainiert die Boxschule South Side. Deren Inhaber: Manfred "Manni" Faber. 54 Jahre, seit einem Vierteljahrhundert Trainer. Eigene Kampfbilanz: 177 Fights, 136 vorzeitig beendet, 86 davon durch Leber-K.o. Klingt nach hartem Kerl. Doch Manni Faber kann auch anders: Seit Kindheitstagen spielt er schon auf der Gitarre, in den 80er Jahren komponierte er erste eigene Stücke - auch heute noch. Jetzt hat er seine erste CD heraus gebracht: "Mit Sand in der Seele" heißt sie, wie auch ein Song selbst.

Zwei Weltmeisterinnen hat er als Boxtrainer schon hervorgebracht. Magdalena Dalecki, die sich beim Boxen mit Nachnamen Dahlen nannte, den Kampfnamen "The Beast" trug und heute bei der Krefelder Stadtverwaltung arbeitet, war die erste. Die zweite wurde sogar schon zwei Mal Weltmeister. Derya Saki hatte allerdings das Pech, dass sie zwar einige Kämpfe bestritt, ihr aber nach einer Weile immer die Gegner ausgingen. Dadurch musste sie ihren Titel wieder abgeben - ohne verloren zu haben, aber so sehen es die Boxregularien vor. Sie sollte heute Abend in Berlin zum ersten Mal nach zwei Jahren wieder kämpfen - doch der Kampf wurde gestern abgesagt, weil sich ihre Gegnerin aus Lettland bei einem Autounfall verletzt hat.

Und so Musik, wie in Boxkämpfen drin steckt, will auch Manni Faber spielen. Sechs Lieder sind auf der CD, "Zwei ahl Fründe" etwa ist auf Kölsch, beim Lied "Biker" sind Text und Rhythmus bisweilen recht eigenwillig in Einklang gebracht worden. Aber: Darauf ist Manni Faber pur, er singt selbst und spielt Gitarre dazu. "Ich habe zuletzt im Meine Fresse-Club bei mir im BoxGym auch mal selbst gespielt, und die Leute sind total begeistert gewesen. Darum kam dann die Idee mit der CD", erzählt Faber. 200 Vorbestellungen hat er bereits erhalten, zehn Euro kostet die Scheibe.

Und am kommenden Wochenende singt Manni Faber auch noch einmal live. Am Samstag, 7. Oktober, ist in seinem Gym an der Tannenstraße 63 wieder der "Meine Fresse Club". Der Titel klingt nicht freundlich, aber handfest. Und Schongang-Unterhaltung soll das Publikum auch nicht erwarten, wenn der Club ab 20 Uhr aufschlägt. Die Idee kommt aus Köln, und der "Meine Fresse Club" hat sich in der Domstadt inzwischen etabliert. Der Club ist eine Veranstaltung der Kölner "Ingo Kümmel Gesellschaft" für Kleinkunst-Events. "Gegründet 1991 im Kunsthaus Rhenania zu Köln, findet sie seit 1995 regelmäßig vorwiegend in Köln statt. Es handelt sich um eine einmalige Mischung aus Kleinkunst, Dilettantismus, improvisierter Musik und einem Publikum, das sich mit der Situation konfrontiert sieht, selbst etwas beitragen zu müssen - zum Gelingen eines etwa zweistündigen Clubabends", gibt die Gesellschaft auf ihrer Homepage an. Jeder Abend ist anders und nicht wiederholbar. Neben Faber spielen unter anderem Robert Kauffmann (Der Bierpoet) oder der Schlendriarndt aus Xanten, Punk und Landwirt. Einlass ist ab 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Karten kosten 7 Euro (ermäßigt 5)

Quelle: RP
 
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