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Neue Studie
Der wahre Wert der Wohnstätte AG für Krefeld

Neue Studie: Der wahre Wert der Wohnstätte AG für Krefeld
Für 10,7 Millionen Euro errichtet die Wohnstätte in Gartenstadt hinter dem bisherigen Ensemble einen Neubaukomplex mit Netto-Markt und 36 Wohnungen. FOTO: WAG
Krefeld. Die Bedeutung der Wohnstätte AG für die Stadt Krefeld und die Region ließ sich bislang nur erahnen: Jetzt kennt Vorstand Thomas Siegert Fakten. Das Pestel-Institut für Systemforschung hat Akten ausgewertet und den ersten Wertschöpfungsbericht für die Wohnstätte AG vorgelegt. Jeder Beschäftigte dort löst bundesweit durch seine Geschäftstätigkeit und seinen Konsum 11,9 weitere Arbeitsplätze aus. Von Norbert Stirken

Rund 80 Prozent der Ausgaben der mehrheitlich städtischen Wohnstätte AG bleiben in der Stadt Krefeld und in der Region. "Das ist in Zeiten globaler Wertschöpfungsketten ein bemerkenswert hoher Anteil - auch für ein Wohnungsunternehmen", erklärte Vorstand Thomas Siegert. Die Wohnstätte AG mit knapp 100 Beschäftigten (inklusive der Hausmeister und umgerechnet in Vollzeitstellen) und 8800 Wohnungen im Bestand hat als eine der wenigen Gesellschaften in der Branche einen Wertschöpfungsbericht erarbeiten lassen. Der liegt jetzt vor, und die Ergebnisse sind aus der Sicht Siegerts sehr erfreulich.

"Wir sind in Krefeld tief verwurzelt. Wir beschäftigen Menschen von hier, wir arbeiten mit Handwerks-Partnern aus der Region zusammen, und unsere Gewinne fließen in die Stadtkasse statt an ferne Aktionäre", sagte Siegert. 62 Cent von jedem von der Wohnstätte ausgegebenen Cent blieben in der Stadt, 79 Cent in der Region. Und das trotz der vorgeschriebenen europaweiten Ausschreibungen ab einem Auftragsvolumen von mehr als 5,2 Millionen Euro.

Eine "beachtliche Kettenreaktion" nennt das Pestel-Institut für Systemforschung, das den Wertschöpfungsbericht aus Datenmaterial des Jahres 2015 erarbeitet hat, die von der Wohnstätte ausgehende Nachfrage. Jeder Auftrag an einen Vorlieferanten, jede Lohnzahlung, alle abgeführten Steuern und Abgaben führen zu einer stärkeren Nachfrage nach Arbeitskräften, Produkten und Dienstleistungen vornehmlich aus der Region. Die Wertschöpfung beziffert Pestel für Krefeld mit 42,4 Millionen Euro, für die Region mit 50,2 Millionen Euro und für das gesamte Land mit 84,2 Millionen Euro.

Im Durchschnitt des Jahres 2015 arbeiteten 96 Mitarbeiter für die Wohnstätte AG in der kaufmännischen und technischen Betreuung des Bestands sowie der Verwaltung. Fast fünfmal so viele Arbeitsplätze schafft das Unternehmen indirekt in der Stadt Krefeld etwa durch Aufträge an Partner, durch den Konsum seiner Mitarbeiter und nicht zuletzt im öffentlichen Dienst, der mit Hilfe von Steuern und Gewinnabführungen der Wohnstätte Stellen erhält und schafft. In der Region löst jeder Beschäftigte der Wohnstätte AG nach den Berechnungen des Pestel-Instituts etwa 6,5 und in Deutschland rund zwölf Stellen aus. Die Berechnungen dazu fielen nicht leicht, mussten doch unter anderem unterschiedliche Lohnstrukturen in den einzelnen Branchen bei der Umrechnung in Arbeitsplätze berücksichtigt werden.

Die Wohnstätte AG gab 2015 selbst 70,3 Millionen Euro aus. Die direkte Wertschöpfung bestand aus 6,1 Millionen Euro Zinsen und Pacht, 4,1 Millionen Euro ausgeschüttetem Gewinn, 3,2 Millionen Euro Nettolöhnen und Gehältern, 3,1 Millionen Euro Sozialabgaben und Steuern für Arbeitnehmer sowie 2,5 Millionen Euro sonstige Steuern.Das Pestel-Institut hat alle Ausgaben der Wohnstätte AG aus dem Jahr 2015 ein gutes halbes Jahr lang unter die Lupe genommen und geprüft, wohin Aufträge vergeben worden waren, wo die Mitarbeiter wohnten (ca. 60 Prozent in Krefeld, 98 Prozent in der Region) und vieles mehr.

Diese Zahlen kombinierte Pestel mit Daten des Statistischen Bundesamtes zu den Lieferverflechtungen für 86 Produktionsbereiche und der entstehenden Wertschöpfung. Der Aufsichtsrat, die Fraktion und der Oberbürgermeister sind über die Studie informiert. Demnächst wird Siegert die Details im Immobilienausschuss der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein vorstellen.

Quelle: RP
 
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