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Krefeld
Deutsche Sportlotterie verlässt Krefeld

Krefeld. Sieben Monate nach dem Einzug verlässt die Sportlotterie das Haus Schönhausen. Geschäftsführer Wagener hat die Lizenz an Lotto Hessen und den Olympischen Sportbund übergeben. Die Hoffnung: Mehr Geld für Athleten soll fließen. Von Sebastian Peters

Ab August wird das Haus Schönhausen im Bockumer Schönhausenpark wieder leerstehen. Nach Informationen unserer Zeitung übergibt der Krefelder Unternehmer Gerald Wagener die Lizenz für das Betreiben seiner Sportlotterie an Lotto Hessen. Auf Athletenseite wird damit die Hoffnung verbunden, dass noch mehr Zuschüsse an förderungsbedürftige deutsche Spitzensportler in den olympischen Disziplinen fließen werden. Jahrelang hatte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ebenso wie andere Interessenten versucht, eine Sportlotterie auf die Beine zu stellen. Wagener gelang es als erstem privatem Betreiber überhaupt, eine Lotterielizenz zu erstreiten; nun soll es doch noch zu einer Zusammenarbeit mit dem DOSB kommen. Wagener selbst wollte sich nicht äußern.

Was für die Sportler eine gute Nachricht bedeuten kann, ist für Krefeld eine schlechte Entwicklung: Erst im November 2014 war die Deutsche Sportlotterie in einem großen Festakt ins Haus Schönhausen eingezogen. Prominente Sportler wie Henry Maske und Robert Harting kamen, um den Unternehmer Gerald Wagener, Initiator und Geschäftsführer der Lotterie, zu unterstützen. Wagener wird nun für die Immobilie, die er selbst der Stadt für 400 000 abgekauft und für 700 000 Euro saniert hatte, einen Nachmieter suchen müssen.

Hinter der Sportlotterie steht die Idee, Sportler in olympischen und paralympischen Disziplinen finanziell zu unterstützen. Dafür wurde eine gemeinnützige Stiftung gegründet. Im Internet können die Spieler der Lotterie auf Sportergebnisse tippen. Im Februar 2015 wurde der Spielbetrieb aufgenommen - 20 000 feste Spieler gibt es inzwischen. Die Idee kam Wagener durch das gute Abschneiden der britischen Athleten bei den Olympischen Spielen in London 2012 - in Großbritannien werden die Sportler seit den Neunzigern durch die "National Lottery" unterstützt.

Gespräche mit diversen Ministerpräsidenten sollen schon stattgefunden haben - sie sollen die Neuausrichtung der Sportlotterie begrüßen. Mit der künftigen Anbindung an Lotto Hessen könnte bald das Lotteriespiel bundesweit auch in normalen Lotto-Toto-Shops möglich sein, so dass mehr Lottospieler angesprochen werden. Eine solche Lösung hatte sich die Sportlotterie im Dialog mit Lotto Hessen schon früher gewünscht. Dazu kam es aber bisher nie. Auch der DOSB äußerte bisher stets Bedenken.

Am vergangenen Freitag hat die Sportlotterie in Krefeld ihren Abschied gefeiert. Geschäftsführer Wagener tritt zum 31. Juli 2015 zurück. Für Krefeld ist der Weggang ein herber Rückschlag, war doch mit der Sportlotterie mediale Außenwirkung verbunden. Bekannte Sportler wie Fünfkampf-Olympiasiegerin Lena Schönborn, Fußballweltmeister Philipp Lahm und Beachvolleyballolympiasieger Julius Brink zählten zu den Botschaftern. Gerald Wagener soll, so erfuhr unsere Zeitung, für die Tatsache, dass er die Lizenz für die Lotterie ohne finanzielle Forderungen an DOSB und Lotto abgibt, von den Ministerpräsidenten für das Bundesverdienstkreuz vorgeschlagen werden. Wagener selbst wird nun auch mit einer neuen Position bei der FIFA in Verbindung gebracht.

Die Zukunft des 150 Jahre alten Hauses Schönhausen ist unterdessen noch völlig offen. Vermarktet wird es vom Unternehmen IDS Immobilien. Ein Vermögensverwalter zeigt Interesse an der Immobilie.

Quelle: RP
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