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Krefeld
DGB: Wirtschaft benötigt offene Grenzen

Krefeld. Ralf Köpke, DGB-Chef in Krefeld, warnt wegen der Flüchtlingspolitik vor dem Verlust der Freizügigkeit in der EU. Dadurch kämen Belastungen auch auf die Krefelder Wirtschaft in Millionenhöhe zu.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Krefeld warnt durch seinen Vorsitzenden Ralf Köpke vor einer Abschottung der EU-Staaten in der Flüchtlingspolitik. Das drohende Scheitern des Schengener Abkommens könne die Krefelder Wirtschaft teuer zu stehen kommen und massiv Arbeitsplätze gefährden, meint er. Durch Wartezeiten an den Grenzen und die Umstellung von Just-In-Time-Lieferungen zwischen Unternehmen auf eine deutlich teurere Lagerhaltung bestehe die Gefahr, dass auf Krefelder Unternehmen Belastungen in Millionenhöhe zukommen. ,,Die offenen Binnengrenzen sind die Lebensadern der europäischen Wirtschaft. Sie dürfen nicht verstopft werden. Wenn die europäische Freizügigkeit unter die Räder kommt, haben wir die Sorge, dass der Wirtschaftsstandort Krefeld Schaden nimmt und Arbeitsplätze in Gefahr sind. Das sollten alle Bürgerinnen und Bürger bedenken, die mit Parteien sympathisieren, die für eine Politik der Grenzschließung stehen'', sagt Köpke.

Betroffen von etwaigen Grenzschließungen und Kontrollen seien vor allem der Landverkehr von Waren zwischen Deutschland und seinen Partnerländern in Europa, also über die Straße. Hierauf entfallen rund 80 Prozent des Handelsvolumens der Bundesrepublik Deutschland mit anderen EU-Ländern, das 2014 bei 1,2 Billionen Euro lag. Einer Studie der EU-Kommission zufolge, käme es derzeit innerhalb Europas pro Jahr zu etwa 57 Millionen grenzüberschreitenden Straßentransporten. Krefeld wäre aufgrund seiner zentralen Lage und seiner starken Exportorientierung von den Effekten dauerhafter Grenzkontrollen besonders stark betroffen. ,,Allen Verantwortlichen muss klar sein, welche Vorteile und Errungenschaften wir durch die Freizügigkeit in der EU erreicht haben'', so auch der stellvertretende DGB-Vorsitzende Hans-Dieter Deutmarg, Betriebsrat bei THK, weiter.

Quelle: RP
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