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Reihe Menschen Für Gesundheit
Die Angst vor dem neuen Knie

Reihe Menschen Für Gesundheit: Die Angst vor dem neuen Knie
Dr. Frank Bischof, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie vom Malteser Krankenhaus St. Josefshospital in Uerdingen, erläutert ein künstliches Kniegelenk. FOTO: Lammertz
Krefeld. Die Angst vor der Operation ist das größte Problem - und das Hinausschieben bringt oft Folgeprobleme und neuen Verschleiß mit sich.

VON BIANCA TREFFER

Wenn Dr. Frank Bischof, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie vom Malteser Krankenhaus St. Josefshospital in Uerdingen, vom Aha-Erlebnis spricht, dann ist genau der Moment gemeint, in dem Patienten feststellen, um wieviel angenehmer es sich mit einem neuen Knie oder einer neuen Hüfte leben lässt. "Die Skepsis vor einer Operation, wenn ein künstliches Gelenk eingebaut werden soll, ist eigentlich immer gegeben. Die Patienten sorgen sich, wie es mit dem Implantat werden wird", sagt Bischof. Dabei sind diese Sorgen normalerweise unbegründet. Das stellte auch Klaus Neelen fest.

"Mein linkes Knie war eigentlich schon seit 35 Jahren angegriffen. Durch die Schonhaltung hatte ich mein rechtes Knie ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen. Ich weiß nicht, was ich alles an Tabletten genommen habe, um mit meinen Knien irgendwie klar zu kommen", sagt der Düsseldorfer. Dann kam der Moment, an dem nichts mehr ging. Neelen entschloss sich schweren Herzens zu einer Operation. Die Entscheidung fiel nach einer umfassenden Recherche auf das Endoprothetikzentrum vom St. Josefshospital. Beim ersten Knie wollte Neelen nicht recht an einen Erfolg glauben und war nach der Operation am 10. Juni mehr als nur angenehm überrascht. Das zweite Knie ging er daher voller Überzeugung am 10. Oktober an und wurde nicht enttäuscht.

Gleichzeitig mit dem Einsetzen der Implantate korrigierte Bischof die Beinfehlstellung des 68-Jährigen, die auch die Hauptursache für die Knieprobleme darstellte. Wobei es sich in diesem Fall um eine O-Bein-Stellung handelte. Der Mediziner baute die Prothese so ein, dass eine Korrektur der Beinstellung erfolgte. "Für mich ist es ein ganz neues Lebensgefühl. Mein Hund und ich freuen uns schon auf lange gemeinsame Spaziergänge", sagt Neelen, der es heute bereut, dass er sich nicht früher zu der Operation im St. Josefshospital entschlossen hat. Die Welt der Implantate bietet viele Möglichkeiten. "Wir können auch Sonderimplantate herstellen lassen, wenn es sich zum Beispiel um eine deformierte Hüfte handelt. Es wird ein CT-Schnitt vom Knochen erstellt, nach dem entsprechend gearbeitet wird", erklärt Bischof.

Im St. Josefshospital wird unter anderem auch die "Fast Track Behandlung" für Hüfte und Knie angeboten. Patienten, die biologisch jung sind, profitieren von einer verkürzten Krankenhauszeit. Statt fünf bis sieben Tage kann der Weg in die Reha schon nach drei bis fünf Tagen angetreten werden. Aber nicht immer müssen es Implantate sein. Der Erhalt der eigenen Gelenke steht an erster Stelle. Die gelenkerhaltende Chirurgie am St. Josefshospital bietet unter anderem Knorpelzüchtungen und Meniskustransplantationen an. So wird der eigene Knorpel entnommen, angezüchtet und an der Stelle, wo er bislang fehlte, eingesetzt.

Neben der Endoprothetik bietet das St. Josefshospital die ganze Palette der Orthopädie an. Egal, ob es sich um verschleißbedingte Beschwerden handelt, oder Patienten aufgrund eines Unfalls das Malteser Krankenhaus aufsuchen, das gesamte Spektrum der Knochenerkrankungen wird nach modernsten Gesichtspunkten, konservativ wie operativ, behandelt.

Kinderorthopädie deckt das Josefshospital ebenfalls ab. Die häufigste Fehlbildung bei Neugeborenen ist der Klumpfuß. "Ein Klumpfuß ist gerade bei Neugeborenen gut behandelbar. Bis zum dritten Monat erfolgt eine Gipsbehandlung. Danach wird für eine gerade Stellung des Fußes operiert", informiert Bischof. Zu den weiteren Bereichen des St. Josefshospitals zählen die Fußchirurgie, die arthroskopische Chirurgie, die Behandlung der Wirbelsäule und Rheumaorthopädie.

Quelle: RP
 
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