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Serie Krefeld Und Seine Stadtteile
Die City in den 60ern und 70ern

Serie Krefeld Und Seine Stadtteile: Die City in den 60ern und 70ern
Blick von der Hochstraße auf den Schwanenbrunnen und den dahinter liegenden Parklatz. Dort befindet sich heute das Schwanenmarkt-Zentrum. FOTO: Stadtarchiv
Krefeld. Bis in die 60er Jahre sind in Krefelds Stadtmitte noch die Folgen des Zweiten Weltkriegs sichtbar gewesen, doch es gab auch schon erste Ergebnisse der Wirtschaftswunderzeit: Neben den noch reichlich vorhandenen Trümmergrundstücken, die den Kindern der Innenstadt - der Autor dieser Zeilen ist auf dem Platz an der Alten Kirche aufgewachsen - als verbotene Spielplätze dienten, war der noch junge Kaufhof ein willkommener Ort, die Freizeit mit Versteckspielen in der Möbelabteilung zu verbringen. Von Jochen Lenzen

Was die moderne Ernährung anbelangte, so stand an der Ecke Markt- und Königstraße (heute Sport Borgmann) der erste Budenwagen Krefelds mit einer bis dahin unbekannten Köstlichkeit: Pommes frites, die nur mit Mayo oder Senf zu haben waren; Ketchup war unbekannt. Bei Hülsmann an der Lohstraße gab es ebenfalls etwas völlig Neues: Schaschlik.

Eine der bemerkenswertesten Veränderung der Innenstadt war Mitte der 60er Jahre der Umbau der Hochstraße zu einer Fußgängerzone - eine der ersten in Deutschland. Zweite, bis heute enorm wirkungsvolle Umgestaltung der City war der Bau des Schwanenmarkt-Zentrums. Als die Wiedenhofstraße noch bis zur Dionysiuskirche durchging, befand sich gegenüber dem Milchgeschäft Mündrath eine Brachfläche, die als Parkplatz genutzt und Mitte der 70er Jahre mit dem neuen Zentrum bebaut wurde.

Das ziemlich baufällige Gregoriushaus zwischen diesem Parkplatz und dem Kloster an der Ecke Poststraße wurde damals nur sehr gelegentlich von den Pfadfindern genutzt. Ansonsten war es leer und bot dem damals 15-jährigen Krefelder Gelegenheit, auf dem Weg zur und von der Schule seine normalen mit knallorangefarbene Socken auszutauschen: Ende der 60er Jahre war es nämlich völlig unmöglich, sich vor Gleichaltrigen ohne irgendetwas Schockfarbenem sehen zu lassen - für die Elterngeneration ein absolutes Unding.

Eine weitere maßgebliche Veränderung war der Abriss des Krefelder Hofs, der sich beeindruckend hinter den kleinen Geschäftsbuden der Rheinstraße erhob. Im Restaurant des stattdessen errichteten Hortenhauses konnte man Anfang der 70er Jahre seiner Freundin schon mal ein Glas Tee ausgeben. Das kostete damals genau eine Mark.

Quelle: RP
 
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