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Krefeld
Die Creinvelter kürten zwei neue Ratsherren

Krefeld: Die Creinvelter kürten zwei neue Ratsherren
Craig Rodda überzeugte die Creinvelt-Ratsherren unter anderem als englischer Austausch-Polizist. FOTO: (2): S. Neuwirth
Krefeld. Die Spouljonges Joachim Sonnat und Craig Rodda bestanden im Stadtwaldhaus ihre "Meisterprüfung" mit Bravour. Von Jochen Lenzen

Creinvelt-Präsident Georg Rupp nennt es gern auflockernd "Smoking-Anprobe", wenn die Aktivitas der Gesellschaft alljährlich im kleinen Saal des Stadtwaldhauses zusammenkommt. Tatsächlich aber dient der Brauchtumsabend in festlicher Kleidung der Einstimmung auf die bevorstehenden Sitzungen - und gelegentlich auch der Ernennung von "Ratsherren". Dazu präsentieren neue Aktive nach einigen "Lehrjahren" mit Erfahrungen auf der Bühne ihr Meisterstück und hoffen auf die zustimmende Anerkennung der gestandenen Ratsherren. Diesmal ging es um die Ernennung von Joachim Sonnat und Craig Rodda, die vor vier Jahren zu den Creinveltern gestoßen sind.

Beide sind schon seit Jahrzehnten Mitglieder des Blasorchesters TV Jahn Bockum, das traditionell zu Beginn jeder Sitzung der Brauchtumsgesellschaft den Einmarsch musikalisch begleitet. Auch Creinvelt-Ratsherr Claus Neuwirth ist Mitglied des Blasorchesters und hatte die beiden, heute 51 und 47 Jahre alten Musiker angesprochen, ob sie nicht Spaß daran hätten, bei Creinvelt mitzumachen. Sie hatten - und bewährten sich mit Posaune und Trompete in der Gruppe der Neuwirth-Böersch. "Wir hatten sofort Blut geleckt und uns auf Anhieb gut mit allen Aktiven verstanden", sagen der Krefelder Metallbaumeister Joachim Sonnat und der Engländer Craig Rodda, der heute in Düsseldorf als Event-Manager tätig ist.

Joachim Sonnat glänzte mit bei der Prüfung mit einer Rede über einen Elektro-Schocker als Geschenk für seine Frau.

"Ich möchte gerne Ratsherr, dann bin ich ein von Euch", sang Craig Rodda zur Melodie "Mein kleiner grüner Kaktus" in absichtlich gebrochenem Deutsch, und bot als englischer Austausch-Polizist zusätzlich einen extrem ansteckenden Lachgesang. Zuvor hatte er um Zuruf von Vornamen gebeten, zu denen er eine passende Melodie trompeten würde. Das gelang bei "Maria" und "Susanna" auch problemlos; doch als der Name "Gertrud" fiel, musste er doch ein wenig nachdenken, bevor er lossang: "Happy Birthday to you, Happy Birthday dear Gertrud . . ."

Joachim Sonnat hatte sich zur Ratsherrenprüfung für eine kleine, im wahren Wortsinn "spannungsgeladene" Rede entschieden: Er beschrieb seine Suche nach einem außergewöhnlichen Geburtstagsgeschenk für seine Frau, die im Erwerb und dem höchst amüsanten Austesten eines Elektro-Schockers am eigenen Leib gipfelte. Die härteste Erfahrung: "Meine Unterlippe wog gefühlte 80 Kilo!"

Das Ritual der Ratsherrenprüfung gebietet es, dass die Kandidaten aus dem Saal geschickt werden, damit sich die Ratsherren über das Dargebotene beraten können. Die üblichen Einwände und Bedenken fielen diesmal recht moderat aus, so dass der Creinvelt-Vorstand um Vorsitzenden Wilhelm Havermann den vormaligen Spouljonges ihren auf Krieewelsch Platt vorgetragenen Schwur auf die Gesellschaft abnehmen und ihnen im Gegenzug Ratherrenkette und Mütze überreichen konnte.

Quelle: RP
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