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Serie Ausbildung Bei Currenta (3)
Die Feuerwehrleute für Spezial-Einsätze

Serie Ausbildung Bei Currenta (3): Die Feuerwehrleute für Spezial-Einsätze
Auszubildender Philip Beranek bespricht mit Heinz Wissenberg, Leiter der Werkfeuerwehr im Chempark Uerdingen, die Ausrüstung eines typischen Einsatzfahrzeuges. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Für angehende Werkfeuerwehrleute im Chempark kommt der Einsatz an großem Gerät erst nach der Ausbildung. Von Bärbel Kleinelsen

Hier werden Kinderträume wahr: Es gibt einen Turbolöscher, eine Teleskop-Mastbühne und eine Pumpe, die viermal so groß ist wie die der Berufsfeuerwehr. Wer bei der Werkfeuerwehr seine Ausbildung beginnt, der kann sicher sein, dass er irgendwann einmal außergewöhnliche Einsätze erlebt, die Spezialgerät erfordern. Aber: "Die Spezialgeräte bedienen natürlich auch speziell dafür ausgebildete Mitarbeiter. Auszubildende müssen am Anfang vor allem die Grundlagen der täglichen Arbeit erlernen", erklärt Heinz Wissenberg, Leiter der Werkfeuerwehr im Chempark Uerdingen.

Und so schlüpfen die Neulinge nicht in die allseits bekannte Feuerwehruniform, sondern tragen in den ersten anderthalb Jahren den Dress der Currenta-Auszubildenden. Entsprechend dem Bedarf an den drei Chemie-Standorten Uerdingen, Leverkusen und Dormagen bildet das Dienstleistungsunternehmen Currenta durchschnittlich mehr als zehn Werkfeuerwehrmänner, aber natürlich auch -frauen pro Jahr aus. Einer von ihnen ist Philip Beranek. Der 19-Jährige ist Feuerwehrmann aus Leidenschaft und hat nach dem Abitur sein Hobby zum Beruf gemacht. Seit sechs Jahren gehört der Azubi aus Duisburg-Friemersheim bereits der Freiwilligen Feuerwehr an. Vorteile hat er durch seine ehrenamtliche Arbeit bisher wenig. "Der Fahrzeugpark der Werkfeuerwehr sieht natürlich schon deutlich anders aus, als bei der Freiwilligen Feuerwehr", sagt Beranek. Besonders für den Sporttest hat sich der aktive Handballer gut vorbereitet. Gefragt waren Kraft, Schnelligkeit und gute Kondition. "Ganz wichtig ist uns auch die Teamfähigkeit der Bewerber. Als Team zusammen zu arbeiten, lernen die Auszubildenden als erstes", erklärt Wissenberg.

Um die Arbeit der Chempark-Unternehmen kennenzulernen, durchlaufen die Feuerwehr-Azubis am Anfang verschiedene Module, in denen sie die Holz- und Metallverarbeitung, den Elektro-, Sanitär- und Chemie-Bereich erleben. Jedes dieser fünf Module machen die Lehrlinge mindestens zweimal. Philip Beranek hat die Arbeit mit Holz besonders gut gefallen. In einer Ausbildungswerkstatt in Düsseldorf lernte er von einem Zimmermeister zum Beispiel die Statik einer Dachkonstruktion kennen. "Ich finde, Holz ist ein sehr schöner Werkstoff. Die Arbeit mit diesem Material hat mir besonders viel Spaß gemacht."

Werkfeuerwehr-Chef Wissenberg erklärt: "Es ist eine Grundvoraussetzung, dass Werkfeuerwehrleute wissen, wie im Chempark gearbeitet wird und was die Firmen dort herstellen. Auch die Konstruktion der Werkshallen ist von Bedeutung. Denn wenn es zu einem Vorfall kommt und entschieden werden muss, wie man bei den Löscharbeiten am besten vorgeht, sind solche Kenntnisse extrem wichtig."

Knapp 90 Mitarbeiter der Werkfeuerwehr sorgen am Standort Uerdingen für die Sicherheit. Sie kommen aber auch dann zum Einsatz, wenn es außerhalb des Geländes zu Unfällen oder Bränden kommt, bei denen gefährliche Stoffe freigesetzt werden können. Oder bei Großbränden, für die schweres Gerät benötigt wird, wie der Turbolöscher, bei dem Flugzeug-Turbinen eingebaut sind, die dafür sorgen, dass das Löschmittel als feiner Nebel verteilt wird. "Nach der Ausbildung gibt es die Möglichkeit, sich weiter zu spezialisieren, um solche Geräte bedienen zu können. Auch das macht den Reiz unserer Arbeit aus, dass sie sehr abwechslungsreich ist und mit modernster Technik gearbeitet wird", sagt Wissenberg. Aber: "Wir suchen keine Einzelkämpfer oder Abenteurer. Wer bei uns mitarbeiten möchte, muss sehr verantwortungsbewusst sein."

Philip Beranek freut sich schon auf den letzten Teil seiner Ausbildung, in dem er die feuerwehrtechnischen Aufgaben kennenlernen wird und die Arbeit der Werkfeuerwehr begleitet. Bislang hat er nur ein zweiwöchiges Praktikum in diesem Bereich gemacht und war noch nicht bei Einsätzen dabei.

Das Wesentliche konnte der 19-Jährige schon feststellen. Es gibt glücklicherweise sehr selten große Einsätze in und außerhalb des Chemparks. Geübt wird jedoch "sehr, sehr oft". Chef Wissenberg erklärt: "Jeder Handgriff muss sitzen, und auch das körperliche Training darf nicht vernachlässigt werden. Außerdem müssen wir immer auf dem Laufenden sein, welche chemischen Mittel gerade verarbeitet werden und wie sie gelöscht werden müssen. Das erfordert ständige Weiterbildung."

Quelle: RP
 
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