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Krefeld
Die fiesen Tricks der Taschendiebe

Die Tricks der Taschendiebe - davor warnt die Polizei
Die Tricks der Taschendiebe - davor warnt die Polizei FOTO: Polizei Köln
Krefeld. Wenn Taschendiebe zuschlagen, sind oft mit dem Portemonnaie nicht nur Geld, sondern auch Ausweis, Führerschein sowie EC- und Kreditkarten weg. Was den Tätern hilft, sind Fahrlässigkeit und Leichtgläubigkeit vieler Menschen. Von Bianca Treffer

Die Aufklärungsquote ist äußerst gering, der Frust bei den Opfern groß: Wenn Taschendiebe zuschlagen, ist oft mit dem Portemonnaie nicht nur Geld, sondern auch Ausweis, Führerschein sowie EC- und Kreditkarten weg, was den Tätern hilft, sind Fahrlässigkeit und Leichtgläubigkeit vieler Menschen. Um gegenzusteuern, hat die Polizei gestern in der Fußgängerzone am Neumarkt eine Aufklärungsaktion gestartet und über die wichtigsten Tricks von Taschendieben informiert. Die Polizei Krefeld nimmt an der landesweiten Kampagne "Augen auf und Tasche zu!" teil und informiert in der Innenstadt über die Vorgehensweisen der Langfinger.

Denn was den Dieben zuarbeitet, ist Fahrlässigkeit. Häufigster Fehler: Schultertaschen werden, weil es bequem ist, auf dem Rücken getragen - für Diebe ist das wie ein offenes Scheunentor. "Wer seine Tasche einfach über der Schulter locker auf dem Gesäß hängend trägt, dazu nicht geschlossen und mit der Taschenöffnung nach außen, macht es Taschendieben mehr als einfach", sagt Julia Mühring vom Kommissariat Kriminalprävention und Opferschutz. Es gilt, Taschen immer zu schließen, mit der Außenseite nach innen vor dem Körper zu tragen, wobei der Schulterriemen über den Kopf liegen soll. Das heißt, hängt die Tasche links, läuft der Gurt über die rechte Schulter. So kann ein schnelles, unbemerktes Hineingreifen von Dieben verhindert werden.

Wie man sich schützen kann und welche Tricks Taschendiebe anwenden, um an Geldbörsen und andere Wertgegenstände aus Taschen zu kommen, das steht jetzt für eine Woche im Mittelpunkt. Die Polizei Krefeld beteiligt sich an der landesweiten Aktion "Augen auf und Tasche zu!". Mitten in der Innenstadt sprechen die Polizisten Bürger an und informieren sie über die Tricks der Landfinger. Und von denen gibt es eine ganze Reihe. "Für die Täter ist der Körperkontakt immer wichtig", warnt Robert Lax, Leiter des Kommissariats Kriminalprävention und Opferschutz. Sehr beliebt ist so der sogenannte Drängel- oder Rempeltrick. In Situationen wie das Ein- oder Aussteigen in einen Bus oder auf dem Markt schlagen die Diebe zu. Meistens handelt es sich dabei um mehrere Täter. Einer lenkt ab, ein anderer klaut und gibt die Beute an den nächsten ab. Künstlich angelegte Engpässe, bei denen zum Beispiel ein Stau auf einer Rolltreppe provoziert wird, werden auch gerne genutzt.

Der Fleckentrick ist nicht weniger beliebt. Der Kaffee-to-Go-Becher, der aus Versehen über das Hemd geht, oder Ketchup vom Würstchen - während der hilfsbereite Verursacher versucht, den Schaden wieder gutzumachen, bedient sich der nächste in der Tasche.

Auch beliebt: Mit dem Stadtplan in der Hand nach dem Weg fragend, das Klemmbrett für eine Unterschriftenaktion unter die Nase haltend, die Bitte um das Wechseln eines Scheins in Münzgeld, das Antanzen in der Diskothek - die Tricks sind vielfältiger Natur und haben immer nur das eine im Sinn: Körperliche Nähe und Ablenkung schaffen. Das schafft die Basis für den Dieb.

"Die Bestohlenen merken es meist erst später, dass ihnen etwas fehlt. Und genau das macht die Täterermittlung auch sehr schwer", sagt Karin Kretzer, die Leiterin der Polizeipressestelle. Die Aufklärungsquote liegt so im unteren einstelligen Bereich. Für die Polizei ist es kein Trost, dass die Zahlen der Taschendiebstähle zurückgegangen sind. Im Jahr 2014 waren es noch 732, im vergangenen Jahr 588. In diesem Jahr wird mit einer ähnlichen Zahl wie 2015 gerechnet.

Bei Frauen ist der korrekte Umgang mit der Handtasche das Wichtigste, Männer sollten vor allem Wertsachen wie Portemonnaies und Smartphones nicht in Gesäßtaschen aufbewahren. Wertgegenstände sind in innenliegenden geschlossenen Jackentaschen besser aufgehoben. Auch der Rucksack ist der falsche Platz für Geldbörse und Smartphone. Ihn öffnen ist für einen Taschendieb kein Problem.

Bei den Bürgern selber kommt die Aktion gut an, wie Peter Krauser, einer der insgesamt neun Beamten, die rund um den Neumarkt im Einsatz sind, feststellen kann. "Sie nehmen die Infos an und bedanken sich", sagt der Polizeihauptkommissar.

Quelle: RP
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