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Serie Krefelder Künstler Im Kaiser-Wilhelm-Museum
Die Freunde Holzhausen und Icks

Serie Krefelder Künstler Im Kaiser-Wilhelm-Museum: Die Freunde Holzhausen und Icks
Das "Selbstbildnis" (Ausschnitt) von Walter Icks entstand 1946. Das Ölbild gehört seit 1964 zur Sammlung der Krefelder Kunstmuseen. FOTO: KKM
Krefeld. In dieser Serie stellen wir Krefelder vor, deren Kunst zur Sammlung der Kunstmuseen gehört und im Bestandskatalog ab 1945 aufgelistet ist. Heute geht es um zwei befreundete Maler. Von Mojo Mendiola

Einer der wenigen in der Sammlung des Kaiser-Wilhelm-Museums vertretenen Krefelder Künstler, die weder in der Seidenstadt geboren wurden, noch hier verstarben, ist Wilhelm Holzhausen (1907, Solingen-Ohligs - 1988, Bad Bodendorf). Und seine Ausbildung begann er auch nicht hier.

Wilhelm Holzhausen malte "Zwischen Tag und Nacht" (Ausschnitt) ... FOTO: KKM

Holzhausen studierte in den Jahren von 1927 bis 1930 bei Richard Seewald an den Kölner Werkschulen Malerei und Grafik. Dann arbeitete er als Volontär bei einem Krefelder Kirchenmaler und pflegte Kontakt zu linksgerichteten Künstlerkreisen in der Stadt. 1933 ging er zusammen mit seinem Freund Walter Icks nach Mallorca, kehrte aber schon bald nach Deutschland zurück und wurde 1940 zur Wehrmacht eingezogen. Zwei seiner Bilder wurden als "entartete Kunst" in der Zeit des Nationalsozialismus aus dem KWM heraus beschlagnahmt.

1943 wurden Holzhausens Wohnung und ein Großteil seiner Werke zerstört. Kurz vor Kriegsende geriet er in russische Kriegsgefangenschaft, kam aber Ende 1945 wieder frei.

... und "Mädchen, Katze, Vogel" - und schenkte sie dem Museum. FOTO: KKM

1948 erhielt Holzhausen einen Lehrauftrag für figürliches Zeichnen an der Werkkunstschule Krefeld, 1970 den Lehrstuhl für Aktzeichnen, Illustration und künstlerische Anatomie an der neu gegründeten Fachhochschule Niederrhein. Er unternahm ausgedehnte Reisen in den Mittelmeerraum, nach Fernost und in die USA.

Nach seiner Emeritierung 1972 ließ er sich in Bad Bodendorf im Ahrtal nieder, wo er zu einem der Mentoren der Are-Gilde wurde. Die strengen Formen und der statische Bildaufbau, die typisch für den Stil des Künstlers waren, zeigen sich auch in den drei Ölgemälden, die das KWM von ihm hütet: "Mädchen, Katze, Vogel" (1956), "Zwischen Tag und Nacht" (1967/68) und "Die Töchter des Heiligen" (1968), die 1972 als Schenkungen des Künstlers in den Bestand kamen.

Walter Icks (1901, Krefeld - 1963, Krefeld) besuchte die Kunstgewerbeschule in den Jahren 1917 und 1924. Von 1922 bis 1923 wirkte er als Theatermaler, die Jahre 1923/24 verbrachte er als Schüler von Max Krause-Kiederling, einem bekannten Landschaftsmaler aus dem Erzgebirge.

Zwischen 1933 und 1937 unternahm Icks zahlreiche Studienreisen, vor allem in die Niederlande und nach Spanien, wo er 1936 in Palma ein 200 Quadratmeter großes Fresko schuf. Dabei galt er als zukunftsweisender Maler mit "kühnen Farben". Während der Diktatur der Nationalsozialisten unterlag er, wie viele andere Künstler, einem Ausstellungsverbot.

Nach dem Zweiten Weltkrieg reihte Walter Icks sich bei den Begründern der Künstlergruppe 1945 Krefeld ein. Er hatte zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, und Werke von seiner Hand finden sich nicht nur in Europa, sondern auch im ehemaligen Spanisch-Marokko und den US-Staaten Ohio und Philadelphia.

Die Städtische Sammlung in den Krefelder Kunstmuseen nennt seit 1964 ein Selbstbildnis des Künstlers in Öl aus dem Jahr 1946.

Der Katalog "Das Abenteuer unserer Sammlung. Kunst nach 1945 aus den Kunstmuseen Krefeld" ist im Museumsshop erhältlich.

Quelle: RP
 
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