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Krefeld Gartenwelt
Die große Welt der kleinen, hübschen Dinge

Impressionen von der Krefelder Gartenwelt
Krefeld. Auf der Galopprennbahn im Stadtwald ist die Krefelder Gartenwelt noch bis zum morgigen Sonntag fürs Publikum geöffnet. Von Jochen Lenzen

Ton in Ton passend zu dem eindrucksvollen Rahmen aus Rosen und Hortensien präsentiert Martina Peeters die "Garden-Girl-Linie", den jüngsten, aus dem gartenverrückten England kommenden Schick für die modebewusste Gärtnerin mit Latzhose, Jacke und Hut. Sogar das Design der Rosenhandschuhe, die die gärtnernde Dame vor Dornenstichen schützten, passen zu dem Rest der Kleidung. Im Hintergrund leuchten rosafarbene Seidenblüten von Mandelbäumchen, die Stefan Peeters selbst herstellt und in der Gärtnerei am Krefelder Hauptfriedhof für festliche Gelegenheiten verkauft und auch vermietet. In der "Krefelder Gartenwelt", die gestern auf dem Gelände der Galopprennbahn im Stadtwald eröffnete, bieten rund 160 Aussteller weit mehr als nur Blumen und Pflanzen.

Gartenaccessoires gibt es in fast unüberschaubaren Varianten. Franz-Josef Austefeld aus Delbrück beispielsweise macht aus Eisen rostbraune Figuren auch der etwas frecheren Art: Sein Punker mit Irokesenfrisur streckt dem Betrachter doch tatsächlich die perlverzierte Zunge heraus. Weinige Schritte weiter fallen die Skulpturen von Wolfgang Friedrich und Ursula Kolbeck aus Vechta ins Auge. Unter Engeln und Tänzerinnen sticht die farbenfrohe, üppige Frauenfigur hervor, die niemanden anders als Mutter Natur darstellt.

Jürgen Schmitz hat für seinen Stand weit mehr als 1000 Beet-, Balkon- und Baumschulpflanzen aufgestellt und arrangiert. Palmen sind stark im Trend. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Körbe und hübsche, blechüberdachte Wandgehänge aus Holz mit Grün- und Blütenpflanzen hält Anke Krines bereit, die aus Zeil am Main gekommen ist. Dagegen kann Jürgen Schmitz üppigste Vielfalt bieten, denn der Krefelder hat es bis zum Stadtwald nicht so weit wie die Fränkin: Innerhalb von vier Tagen hat er mit drei Mitarbeitern weit über 1000 kleine und große Töpfe mit Beet-, Balkon- und Baumschulpflanzen in holzbegrenzten Beeten aufgestellt und effektvoll arrangiert. "Der Trend geht in diesem Jahr zu winterharten Palmen und früchtebehangenen Zitrusbäumchen", berichtet der Krefelder Gärtner.

Franz-Josef Austefeld aus Delbrück mit seiner frechen Punker-Figur. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Neben Freiluft-Whirlpools, allerlei Grillgerät und schicken, modernen Liegestühlen aus edlem Holz finden die Besucher auch vielerlei Kunsthandwerk. Der Krefelder Michael Haase zum Beispiel führt seine Schmiedearbeiten an der flammenden Esse sogar hautnah vor. Mit seinem ehemaligen Lehrling Martin Wilperath arbeitet er an der 2,60 Meter großen, Golem benannten Eisenfigur weiter, die als Wander-Skulptur innerhalb der deutschen Schmiedezunft für derartige Ausstellungen weitergegeben und immer ein Stückchen vervollständigt wird. Für die Gärten der Besucher hält die Kunstschmiede Haase eiserne Tiere bereit, die Flammen und Rauch speien, wenn man in ihnen ein Feuer entzündet. Weil sich in der "Krefelder Gartenwelt" viele Stunden verbringen lassen, ist auch für eine breite Auswahl an Speisen und Getränken gesorgt. Frisches Bauernbrot, knusprige Flammkuchen oder am offenen Feuer gegarter Flammlachs passen bestens zum Wein, den Fachhändler anbieten. Heute und morgen wird der Event-Charakter der Gartenmesse noch erweitert: durch die Greifvogelschau des Rheinischen Waldpädagogiums - und den lustig-vorwitzigen Elefanten Jochen, der auf seinem Dreirad übers Gelände fährt und die Besucher verulkt..

Quelle: RP
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