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Krefeld
Die Linke kritisiert SPD und Türkische Religionsbehörde

Krefeld. Fraktion spricht sich gegen Grundstücksverkauf der Stadt aus.

Ratsfrau Halide Özkurt und die Krefelder SPD sollen ihre Haltung zu Kritik an dem deutschen Ableger der türkischen Religionsbehörde Diyanet überdenken. Das forderte gestern die Krefelder Ratsfraktion Die Linke. Die in Deutschland und in Krefeld tätige türkische Organisation Ditib sei direkt der türkischen Religionsbehörde Diyanet unterstellt, finanziell und weisungsgebunden, erklärte Fraktionsgeschäftsführer Wolfgang Dreßen. Halide Özkurt, Ratsfrau der SPD im Krefelder Rat, arbeite als stellvertretende Vorsitzende von Ditib in Nordrhein-Westfalen hauptamtlich, bezahlt von der türkischen Religionsbehörde. "Wir erwarten von Frau Özkurt und von ihrer Partei, der SPD, Kritik am Treiben der Ditib nicht weiterhin als rassistisch darzustellen", betonte er. Die Trennung von Religion und Staat bleibe die Voraussetzung für eine demokratische Gesellschaft. Die Linke in Krefeld begrüße die Erklärung des Vereins Solidaritätshaus in Krefeld (wir berichteten). Sie zeige, dass die Kritik an der Ditib von Migranten aus der Türkei geteilt werde.

Vor diesem Hintergrund bedauere die Linke, dass der Rat der Stadt einem Grundstücksverkauf an die Ditib zugestimmt habe. Die Organisation möchte an der Gladbacher Straße eine Moschee errichten. Die Prediger in diesen Moscheen würden in der Türkei ausgebildet, von dort kontrolliert und bezahlt, berichtete Dreßen für die Fraktion. "Wir verstehen nicht, dass demokratische Parteien wie die SPD und die Grünen diesem Beschluss zugestimmt haben. Die Grünen in Krefeld sollten häufiger die begrüßenswerte Kritik der Bundesgrünen an der Ditib berücksichtigen", wünscht Die Linke. Rassismus sei nicht zu bekämpfen, wenn undemokratische Positionen toleriert würden.

Die Kritik richtet sich auch an die Christdemokraten. Wenn die CDU Frau Özkurt und die SPD kritisiere, so werde nur geheuchelt, meinen die Linken. Zwischen dem Nato- Partner Türkei und der Bundesregierung bestünden schließlich enge Beziehungen, weil die Türkei verhindern solle, dass weitere Flüchtlinge nach Europa kämen.

In der türkischen Religionsbehörde Diyanet finden die Linken Hinweise auf Fanatismus: "Natürlich will ich ein Märtyrer sein. Wer will nicht in den Himmel?" Diese Sätze seien in einem Comic für Kinder zu lesen, über den das Nachrichtenmagazin Stern schon im März dieses Jahres berichtet habe. Den Comic habe die direkt dem türkischen Staatspräsidenten unterstellte Religionsbehörde Diyanet herausgegeben. Das Bundesinnenministerium habe in einem vertraulichen und jetzt bekannt gewordenen Papier festgehalten, dass die Türkei als Aktionsplattform für islamistische Gruppierungen diene.

(sti)
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