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Krefeld
Die Muster-Mediothek des Bistums

Krefeld: Die Muster-Mediothek des Bistums
Maria Feldhoff (l.) und Katja Vornhusen leiten die Mediothek an der Rektoratsstraße seit zwei Jahren ehrenamtlich. Ihnen zur Seite stehen 30 weitere Helfer und 14 Lesepaten. FOTO: T. Lammertz
Krefeld. Die Katholische Öffentliche Bücherei (KÖB) von St. Cyriakus Hüls ist mit jährlich 72.000 Ausleihen die meistfrequentierte Bibliothek des Bistums Aachen. Jetzt wurde sie für rund 60.000 Euro völlig neu gestaltet. Von Jochen Lenzen

Fünf Wochen lang war die "Katholische Öffentliche Bücherei" (KÖB) in Hüls während ihres Umbaus in der Taufkapelle der benachbarten Pfarrkirche St. Cyriakus untergebracht. In dieser Zeit wurden die 90 Quadratmeter umfassenden Räumlichkeiten der KÖB großzügig umgestaltet. "Der Teppichboden und einige Regale hätten sowieso erneuert werden müssen; außerdem war ein neuer Anstrich fällig. Da haben wir gleich Nägel mit Köpfen gemacht und die Räume komplett hergerichtet", sagt Maria Feldhoff, die die Mediothek gemeinsam mit Katja Vornhusen seit zwei Jahren ehrenamtlich leitet.

Angesichts von jährlich 72.000 Ausleihen - die KÖB Hüls ist damit die mit Abstand meistfrequentierte Bibliothek im Bistum Aachen - hätten die beiden Ehrenamtlerinnen und ihre 30 ebenfalls ehrenamtlichen Helfer gerne mehr Fläche zur Verfügung. Doch in der Nähe der Kirche boten sich keine anderen Räumlichkeiten an, berichtet Katja Vornhusen.

Den Erfolg der KÖB machen die beiden "Kirchlichen Büchereiassistentinnen", wie sie nach drei viertägigen Schulungen bezeichnet werden, unter anderem an der Erneuerungsquote der Medien fest, die jedes Jahr bei stolzen 20 Prozent liegt. "Wir sind durch diese Aktualität ganz nah an den Lesern, die hier oder in einem Online-Katalog ihre Wünsche äußern können", erläutert Maria Feldhoff. "Wir können nicht selten auch schon Bücher präsentieren, die am selben Tag erst erschienen sind", ergänzt Katja Vornhusen. Außerdem ist die KÖB Hüls einem Verbund mit 36 anderen Bibliotheken des Bistums angeschlossen, wodurch 4600 E-Books, E-Audios und E-Papers zur Verfügung stehen. Durch eine derartige Aktualität wird deutlich, dass eine kirchliche Bibliothek in einem Stadtteil durchaus in der Lage ist, die Aufgaben einer städtischen Bücherei zu erfüllen.

10.000 Bücher, Hörbücher und -spiele, Music-CDs, Konsolenspiele und DVDs - mehr als 50 Prozent der Medien finden sich im Kinder- und Jugendbereich - bilden den Bestand der KÖB Hüls. Unterteilt ist das Angebot in die fünf Abteilungen Kinder und Jugendbücher, Romane und Krimis, Biografien, Heimatkunde sowie Ratgeber und Sachbücher, wozu auch das Thema Religion gehört.

Wenn schon nicht flächenmäßig, so konnte die KÖB doch wenigstens optisch vergrößert werden: Erreicht wird das durch das strahlende Weiß der Wände und Möbel sowie durch den erweiterten Raumblick von Wand zu Wand, weil die Regale in der Mitte nicht mehr bis an die Decke reichen. Als Kompensation wurden nun Regale in die großen Fenster gestellt. Außerdem wurde der dunkle Teppichboden durch einen helleren Venylboden in Holzoptik ersetzt. Eine neue Beleuchtung mit modernen Lampen und Strahlern tut ihr Übriges. 60.000 Euro hat die Neugestaltung gekostet; 32.000 Euro stammen aus Kirchensteuern, 28.000 Euro aus Pfarrmitteln.

Zu den mehr als 2000 Mitgliedern der KÖB gehören 39 Schulklassen und 24 Kita-Gruppen, wobei eine Klasse als ein Mitglied gezählt wird. Die Schüler und Kitakinder kommen vor allem donnerstags, wenn von 9 bis 12 Uhr geöffnet ist. Dann bieten die Ehrenamtler für Vorschulkinder auch den Bibliotheksführerschein an, den in den vergangenen elf Jahren mehr als 1200 Kinder erworben haben. Zudem gibt es im Rahmen der Leseförderung auch den Lesestart für Kinder ab drei Jahren und die Leseabenteuer für Jungen. 14 Lesepaten, die regelmäßig in Hülser Kitas und Schulen vorlesen, ergänzen das Leseförderprogramm der KÖB.

Die neugestaltete Mediothek an der Rektoratsstraße neben der Kirche St. Cyriakus wird am Sonntag, 7. Mai, nach der 10 Uhr-Familienmesse, die unter dem Thema "Buch und Medien" steht, offiziell eröffnet. Tags zuvor kommen geladene Vertreter der Gemeinde, des Bistums und der Politik zu einer kleinen internen Feier zusammen.

Quelle: RP
 
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